Generation Z

Mobile Video 2020: Plus für Premium Content

Rund 80 Prozent der 13- bis 35-Jährigen in den USA sehen sich täglich Videos anderer Nutzer auf ihrem Smartphone an. Damit stieg die mobile Nutzung von User Generated Video Content noch einmal um vier Prozent gegenüber Vorjahr. Allerdings flacht die Wachstumskurve bei Nutzervideos etwas ab. Ganz anderes beim Premium Content: Mehr als die Hälfte der jungen Zielgruppe sieht täglich längere TV-Shows. Filme und Serien auf dem Smartphone (eine ein Plus von 42 Prozent). Was Werbungtreibende wissen sollten …

„Langfristige Planung weicht kurzfristigem Pragmatismus“

Interview mit dem Allgäuer Jugendforscher Simon Schnetzer über die Frage, wie die junge Zielgruppe mit der Corona-Krise umgeht, und welche Implikationen dies künftig haben wird – nicht nur für die Jugendlichen selbst, sondern auch für Unternehmen, die sie als Mitarbeiter gewinnen möchten. Foto: ©piomars

Sind die Jugendlichen aus Ihrer Sicht in der Corona-Krise pessimistischer oder ängstlicher geworden, was ihre Zukunft angeht, oder gehen sie mit den aktuellen Herausforderungen eher pragmatisch um?
Simon Schnetzer Das hängt vom Zeitpunkt ab, zu dem man Jugendliche dazu befragt. Anfangs war die Verunsicherung groß. Es war aber auch die Hoffnung hoch, dass es bald wieder zurück in die gewohnte Normalität geht. Im Laufe der Monate hat sich einiges verändert: Eltern haben den Job verloren, Urlaube mussten abgesagt werden, viele haben ihren Nebenjob verloren und es mehren sich die Zeichen, dass es kein Zurück zur alten Normalität gibt. Die Perspektive einer langfristigen Planung weicht einem kurzfristigen Pragmatismus: Was ist das Beste, was ich spontan aus der Situation machen kann. Pragmatisch zu sein bedeutet für viele, wieder bei den Eltern einzuziehen, um Geld zu sparen, und weiter in Bildung zu investieren, weil der Berufseinstieg gerade extrem schwierig ist.

Medien nehmen die junge Zielgruppe im Moment vor allem als Schüler im Homeschooling oder Studenten im digitalen Studium wahr. Dabei hat sich das private Leben der Jugendlichen stärker verändert als das der meisten Erwachsenen. Worin sehen Jugendliche für sich persönlich die größten Veränderungen und was vermissen sie am meisten?
Simon Schnetzer Die zwei größten Veränderung für Jugendliche sind, dass ihnen durch die Pandemie das Gefühl der Planungssicherheit geraubt wurde und das Bewusstsein, wie wichtig das Real Life-Miteinander ist, um sich wohl zu fühlen. Im Gegensatz zu Erwachsenen haben Jugendliche viel mehr Entscheidungen noch vor sich: über Schule, Ausbildung, Beruf, Partnerschaft, Familie oder Wohnort. Die Krisenerfahrung wird auch verändern, welche Berufsbilder als systemrelevant und sicher wahrgenommen werden. Junge Menschen vermissen am meisten, dass sie ihr Leben so unbeschwert und normal leben dürfen, wie die Generationen vor ihnen. Dabei geht es nicht nur ums Feiern oder Reisen! Es geht insbesondere auch um das Lernen und Arbeiten, was sich zum Beispiel als Erstsemester im Online-Studium vom Kinderzimmer aus – ohne Profs und Kommilitoninnen und Kommilitonen je zu treffen, echt komisch und wenig motivierend anfühlt.

Vor Corona war der Klimaschutz das beherrschende Jugend-Thema. Heute fragen Medien wie der österreichische Standard schon, was Greta Thunberg heute eigentlich so mache. Wie stark beschäftigt das Thema Klimaschutz die Jugendlichen aus Ihrer Sicht derzeit?
Simon Schnetzer Ich erfahre in Interviews mit Jugendlichen sehr viel Verständnis dafür, dass jetzt die Themen Wirtschaft und Beschäftigung gerade Vorrang haben. Das deckt sich auch mit der Beobachtung, dass Jugendliche sich generationenübergreifend überwiegend sehr sozial und rücksichtsvoll verhalten. Das Thema Klimaschutz ist derzeit nicht weniger präsent: Doch wenn Eltern in Kurzarbeit sind, das Familieneinkommen knapp wird oder die Lehrstelle nicht angetreten werden kann, dann fällt es Jugendlichen schwer, die Sorge ums Klima an erste Stelle zu setzen. Ich sehe eine Mega-Chance darin, Klimaschutz jetzt über die Corona-Hilfsprogramme und Investitionspakete zum neuen Standard in der Wirtschaft zu machen. Greta Thunberg hört nicht auf zu streiken und fordert mittlerweile nicht mehr "alles Mögliche", sondern "das Unmögliche" zu tun, um die Klimaerwärmung einzudämmen.

Eines Ihrer großen Themen ist die Frage, wie Unternehmen sich als Arbeitgeber profilieren – wie sie die Generation Z für sich begeistern können. Was wird sich hier für die Arbeitgeber verändern und was empfehlen Sie ihnen im Umgang mit der GenZ?
Simon Schnetzer Bisher lautete die Formel für die Generation Z: Spaß, Sinn und Sicherheit. In Zukunft wird die Sicherheit, einen Arbeitsplatz zu haben an die erste Stelle rücken. Spaß, worunter die meisten eine angenehme Arbeitsatmosphäre verstehen, wird erst wieder zentral, wenn die Sicherheitsfrage geklärt ist. Es wird für Arbeitgeber zum Beispiel im Tourismus oder der Event-Industrie schwieriger werden, gute Mitarbeitende für sich zu begeistern, solange die Unsicherheit der Krisenerfahrung in der Luft liegt. Sicherheit ist insofern erstmal kein Begeisterungskriterium, sondern ein K.-o.-Kriterium. Damit müssen Arbeitgeber künftig umgehen, um Vertrauen in das Unternehmen zu schaffen und Perspektiven trotz einer möglichen weiteren Pandemie-Welle. Die neue hybride Arbeitswelt, in der Remote-Working im Homeoffice und die Arbeit im Büro fröhlich koexistieren, bietet coole Möglichkeiten, Mitarbeitende auch überregional zu rekrutieren. Damit wird der soziale Charakter des Arbeitens im Office wichtiger und statt Arbeitsplätzen, werden Präsenz-Büros künftig mehr Gelegenheiten zum Socializen anbieten.

Zur Person
Simon Schnetzer ist 1979 in Kempten im Allgäu geboren. Nach beruflichen Stationen in Berlin, Genf, London und Nairobi hat sich der studierte Volkswirt in seiner Heimat als Jugendforscher, Speaker und Trainer selbständig gemacht. Seit 2010 veröffentlicht er die Studie Junge Deutsche, um die Veränderung der Lebens- und Arbeitswelten zu erforschen und zu gestalten. Außerdem engagiert Simon Schnetzer sich für die Gründerszene im Allgäu und betreibt die preisgekrönte Gründervilla, um Menschen mit Ideen eine Bühne und Machern eine Heimat zu bieten. Die nächste Untersuchung "Junge Deutsche 2021" soll im Herbst starten, wenn sich der der Corona-Wirbel gelegt hat und sich in Schule und Job, im Umgang mit Freunden und Familie, beim Reisen und Feiern ein neues Normal abzeichnet. 

Corona-Krise trifft deutsche Millennials weniger hart

Die Hälfte der Generation Z und der Millennials in Deutschland sagen, dass die Krise keine Auswirkungen auf ihre Arbeit oder ihr Einkommen hat. International ist dies nur bei rund einem Drittel der 17- bis 37-Jährigen der Fall. Hierzulande bewertet eine Mehrheit der jungen Zielgruppe sowohl die Corona-Maßnahmen der Regierung als auch die des eigenen Arbeitgebers positiv. Dies geht aus dem Deloitte Millennial Survey 2020 hervor, für den im Dezember 2019 international rund 18.000 und im Mai 2020 erneut 9.000 junge Berufstätige befragt wurden, um die Auswirkungen von Covid-19 dokumentieren zu können.

Zoom auf die GenZ

In Corona-Zeiten boomen Videodienste wie Zoom, Microsoft Teams oder Houseparty. Die Generation Z passt sich dem am schnellsten an. Denn Bilder machen Leute: „Ich style mich, um bei Videokonferenzen besser auszusehen,“ sagen laut einer aktuellen QVC-Studie 61 Prozent der Generation Z. Jeder zweite 14- bis 20-Jährige stylt dafür sogar den Hintergrund.

Aldi und die Influencer

Aldi umwirbt die junge Zielgruppe: Der Discounter kooperiert mit den Instagramern von alman_memes2.0. Aus Sicht von Aldi „ein neuer Weg im Influencer Marketing“ (s. u.). Auf dem Alman-Account nehmen die Hauptcharaktere „Achim“ und „Anette“ in täglichen Memes typisch deutschen Klischees auf die Schippe. Dazu zählt mitunter auch das Einkaufen bei Aldi. Jetzt kooperieren Aldi Nord und Aldi Süd mit den Erfindern der Alman-Memes und wollen so mit einem Augenzwinkern zeigen, dass Aldi in Deutschland Kult ist. Das kommt bei den Nutzern offenbar nicht schlecht an. Wahrscheinlich ebenso, wie die Kollektion des YouTube-Stars Julian Bam (der seinen YouTube-Kanal zwar gerade stilllegt), dessen Klamotten ab Montag (27.01.2020) in den Filialen von Aldi Süd zu haben sind.

Generationskonflikt als globaler Trend 2020

Die Jugend zeigt sich so politisch wie schon lange nicht mehr. Die „Fridays for Future“-Bewegung oder die jüngsten Massenproteste im Libanon und in Chile spiegeln die Spannungen zwischen der „Generation Greta“ und den „Babyboomern“ wider. Dieser Konflikt wird sich auch 2020 fortsetzen, prophezeien die Experten der Unternehmensberatung A.T. Kearney und nennen den Generationskonflikt als den ersten der zehn wichtigsten globalen Trends des Neuen Jahres.

Altersarbeit statt Altersarmut

Das Thema finanzielle (Un-)Sicherheit im Alter treibt schon die Millennials um. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) der 24- bis 39-Jährigen rechnet damit, im Rentenalter weiter arbeiten zu müssen, um seinen Lebensstandard zu erhalten. Über alle Altersgruppen hinweg geht nur jeder Fünfte (19 Prozent) von Arbeit im Alter aus.

German Angst in der Generation Z

In Deutschland ist sowohl bei den Millennials (Jahrgang 1983 bis 1994) als auch in der nachfolgenden Generation Z (Jahrgang 1995 bis 2002) ein Pessimismus zu beobachten, der weit über dem globalen Durchschnitt liegt und seit dem Vorjahr signifikant zugenommen hat. Zu diesem Ergebnis kommt der achte Deloitte Millennial Survey, der heute veröffentlicht wurde.

Kooperation für Millennials: Puma und Maybelline

Die Kosmetikmarke Maybelline New York und der Sportartikler Puma nehmen mit einer neuen Make-up-Kollektion die junge Zielgruppe ins Visier. Inspiriert wurden die Produkte vom sogenannten Athleisure-Trend, der sportliche Kleidung straßentauglich und salonfähig macht.

Wie Millennials Werbung wollen

Alle werden älter. Sogar die Millennials. Vor wenigen Jahren zählten zu dieser Zielgruppe noch pubertierende Teenager. Mittlerweile sind die zwischen 1980 und Ende der 90er Jahre Geborenen aus dem Gröbsten raus, was man bei einer aktuellen Studie mit dem Titel #MeetTheMillennials im Hinterkopf behalten sollte. Die heute 22- bis 37-Jährigen finden Werbung vor allem dann okay, wenn sie „skippable“ ist, also übersprungen werden kann (81 Prozent). Werbung wird akzeptiert, wenn sie kurz (78 Prozent) und unaufdringlich ist (75 Prozent). Fast zwei Drittel der Befragten erwarten – wenn sie sich schon Werbung ansehen – eine Gegenleistung in Form von Gratis-Content.