Viel Verschwörungstheorie bei Brandenburgs Jugend

„Hohe Akzeptanz der Corona-Maßnahmen bei Jugendlichen“, bejubelt das Brandenburgische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) die Ergebnisse der neuen Studie Jugend in Brandenburg 2020 – Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Überschrift der Veröffentlichung. Die schlechten Nachrichten stehen im „Kleingedruckten“: Mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Brandenburg sagen, dass die Politik die Corona-Berichterstattung kontrolliert. Fast jeder fünfte der 12-bis 18-Jährigen meint, dass das Virus nicht existiere. 

Weniger Fleisch, mehr Saisonprodukte

Inzwischen kommt bei jedem zweiten 14- bis 34-Jährigen weniger Fleisch auf den Teller. 66 Prozent kaufen Obst und Gemüse saisonal. 58 Prozent vermeiden, Lebensmittel wegzuwerfen. Mit einer möglichst nachhaltigen Ernährung verfolgen Jugendliche und junge Erwachsene mehrere Ziele: Neun von zehn geben an, sich dadurch gesünder zu fühlen, 81 Prozent möchten einen Beitrag zur Umwelt leisten und 78 Prozent achten aufs Tierwohl.

„Die Corona-Pandemie hat mir wertvolle Zeit genommen“

Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? Viele blicken sorgenvoll in die Zukunft, leiden unter Einsamkeit, vermissen ihre sozialen Kontakte und ihre Freizeitaktivitäten. „Die Corona-Pandemie hat mir wertvolle Zeit genommen“ – dieses Zitat eines Jugendlichen wurde zum Titel der Studie JuCo 2 des Forschungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“.

#BeatTheVirus – Jugendkampagne in NRW

Unter dem Hashtag BeatTheVirus hat das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen eine Jugendkampagne in sozialen Medien gestartet. Über Instagram, Snapchat, YouTube und andere Kanäle sollen Jugendliche und junge Erwachsene mit „frechen Texten, einer ausgefallenen Optik und harter Musik dafür gewonnen werden, die Anti-Corona-Maßnahmen noch besser zu unterstützen und ihre Kontakte weiter einzuschränken“. Die Ankündigung der Kampagne klingt etwa so prickelnd, wie manche ihrer Sprüche. Aber immerhin bemüht sich das Ministerium um die junge Zielgruppe. Als vielversprechend könnten sich eine virtuelle Maske sowie das zur Kampagne gehörende, digitale Deutsch-RAP-Festival am 19. Dezember erweisen.

Süßer die Kassen nie klingeln …

Pünktlich zum 1. Advent macht die GfK es amtlich: Junge Erwachsene wollen deutlich mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben als andere Zielgruppen und ihr Festtagsbudget im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent aufstocken. Während die 18- bis 29-Jährigen dieses Jahr ca. 500 € für Geschenke ausgeben wollen, plant der Durchschnitt nur 330 Euro dafür ein.

Dreiviertel der jungen Deutschen finden die Corona-Regeln wichtig

Auch wenn seit Beginn der Corona-Pandemie in den Medien Bilder von Party-Exzessen kursieren: Zwei Drittel der jungen Leute finden es wichtig und richtig, wegen der COVID-19-Pandemie auf Feiern zu verzichten.  72 Prozent der 14- bis 39-Jährigen in Deutschland halten es für bedeutsam, sich an die AHA-Regeln (Abstand–Hygiene–Maske) zu halten. Dies geht aus einer aktuellen Sonderauswertung der Studie „Junge Deutsche 2021“, die Anfang 2021 erscheinen soll. Studienleiter Simon Schnetzer hatte mit jugendvonheute.de bereits vor einiger Zeit über die Folgen der Corona-Pandemie für die junge Zielgruppe gesprochen (siehe Interview rechts). Mehr zu den aktuellen Ergebnissen:

Ernährung auf den Stundenplan

Weltweit konsumieren 2,8 Milliarden Menschen jährlich Knorr-Produkte. Jetzt will das Unternehmen Schule machen. Mit der Petition Ernährung soll auf den Lehrplan geht es Knorr natürlich nicht darum, Kindern und Jugendlichen das Kochen ohne Convenience (und all die kleinen Knorr-Helferlein aus dem Saucen- und Suppen-Regal) beizubringen. Wäre auch ein ketzerischer Gedanke. Es geht der Unilever-Tochter m das höhere Ziel, „Schülerinnen und Schülern bundesweit fächerübergreifend Wissen und konkrete Handlungskompetenzen in Bezug auf Ernährung, die nicht nur gut für die Menschen, sondern auch für den Planeten ist, zu vermitteln.“ Jugendliche für gesundes Essen zu begeistern, soll das Knorr´sche YouTube-Format „Moarr by Knorr“ übernehmen.

Shopping: Ein Fünftel inspiriert von Influencern

Jugendliche, die sich beim Kauf von Produkten von Influencern inspirieren lassen, sind tendenziell geselliger, sportlicher und kreativer als ihre Altersgenossen. Dies geht aus der Schweizer Intermediastudie MA-Strategy hervor, die die WEMF heute veröffentlichte. Demnach gibt rund ein Fünftel der 14- bis 24-Jährigen an, sich beim Shopping an Influencern zu orientieren. Ein Ergebnis, das in Deutschland nicht grundlegend anders ausfallen dürfte.

Junge Erwachsene freuen sich besonders auf Weihnachten

Die 18- bis 29-Jährigen freuen sich viel mehr auf Weihnachten als ältere Zielgruppen. 80 Prozent der Jüngeren bestätigen in einer Umfrage von quantilope ihre Vorfreude auf das Fest. In der Generation 50+ ist die Vorfreude deutlich weniger ausgeprägt (60 Prozent). In allen Altersgruppen stellt man sich darauf ein, dass in Corona-Zeiten Weihnachten anders ausfallen wird als sonst. Und was planen die jungen Erwachsenen an Weihnachten zu verschenken? 

Dämpfer für den jugendlichen Optimismus

Von wegen Party: 52 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen halten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für angemessen. 83 Prozent halten sie auch ein. Dies ist ein Ergebnis der heute veröffentlichten Jugendstudie 2020 der TUI Stiftung. Demnach ist noch eine deutliche Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (62 Prozent) optimistisch, was ihre persönliche Situation angeht. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die eine rosige Zukunft für sich sehen, innerhalb eines Jahres um 7 Prozentpunkte gesunken.