Elke Löw

Teilen ist das neue Haben

Ein Fünf-Minuten-Spaziergang durch München genügt, um zu wissen, dass die New York Times recht hat: Shareconomy wird einer der wichtigsten Wirtschaftstrends. Mein Auto könnte ich jedenfalls dank Car Sharing getrost abschaffen. Im Münchner Uni-Viertel kommen auf 500 Meter Strecke fünf Autos, die ich theoretisch teilen könnte – von C-Smart (car2go) und Citroën DS3 (Flinkster) über Mini und BMW X1 (beide DriveNow) bis zum Fiat Doblò (Stattauto). Auch auf mein Fahrrad könnte ich zugunsten eines Nextbike und mehrerer Call-a-bikes im Drahtesel-Bedarfsfall eigentlich verzichten. Und schon gehöre ich zu den 85 Prozent der Internetnutzer, die dem Teilen von Dingen grundsätzlich offen gegenüber stehen.

Sinnsuche im Sinkflug

Es ist schon erstaunlich, wo sich überall Informationen über junge Menschen finden. Heute deshalb zum ersten (und vermutlich zum letzten) Mal an dieser Stelle ein Fundstück aus dem „Senioren Ratgeber“, dem monatlichen Magazin frisch aus Ihrer Apotheke. Es geht allerdings nicht um Pillen und Pülverchen, sondern gleich um den Sinn des Lebens.

Glückliche Generation Praktikum

2006 war die „Generation Praktikum“ auf Platz zwei beim Wettbewerb zum Wort des Jahres gelandet. Unwort des Jahres wäre treffender gewesen: Denn in der Folge stand der Begriff „Praktikum“ für Ausbeutung statt Ausbildung, schlechte Bezahlung für gute Arbeit, Serienpraktika statt Festanstellung. So weit, so schlecht und mittlerweile falsch. Denn heute sind 82 Prozent der Praktikanten zufrieden mit dem, was sie machen.

Das Handy als Beziehungskiller?

Ein italienisches Restaurant in München, Freitag kurz vor 22 Uhr. Das Pärchen am Nebentisch hat gegessen, getrunken – und seit anderthalb Stunden kein Wort mehr miteinander gesprochen. Ein altes Ehepaar, das sich nichts mehr zu sagen hat? Weit gefehlt – die beiden sind Mitte 20 und haben offenbar großes Mitteilungsbedürfnis – Anwesende allerdings ausgenommen.

Landfrust: Das Internet wird zu langsam schneller

Früher waren Jugendliche auf dem Land aufgeschmissen, wenn die Busverbindungen schlecht waren. Heute sind sie es, wenn die Internetverbindung zu wünschen übrig lässt. Freunde von mir, die vor ein paar Monaten aufs Land gezogen sind, wissen von einem entsprechenden Drama in mehreren Akten zu berichten. Die Kurzfassung: Den schnellen Internet-Zugang fürs dörfliche Idyll hatten sie zwar bestellt, aber nicht bekommen. Jetzt sitzen sie, die sich für einen Teil der digitalen Elite halten, mit zwei Teenager-Töchtern, diversen Tablets, Laptops und Smartphones auf dem Land – und sind quasi abgeschnitten von der Welt.