Elke Löw

E-Mail? Wie altmodisch!

E-Mail ist bei Jugendlichen fast so out wie der klassische Brief auf Papier. Auf die Frage nach ihren drei wichtigsten Kommunikationskanälen nennen nur noch sieben Prozent der 10- bis 18-Jährigen die E-Mail. Lediglich der Brief auf Papier, von der (Schnecken-)Post befördert, wird noch seltener angegeben (drei Prozent). Die wichtigsten Wege um sich mit Freunden auszutauschen sind Handy-Kurznachrichten inklusive WhatsApp (70 Prozent) sowie persönliche Gespräche (66 Prozent), gefolgt von Festnetztelefonaten (36), Social Media (32) und Handyanrufen (28 Prozent) – so eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom.
Doch nicht nur deutsche Jugendliche wenden sich von der einst so unentbehrlichen E-Mail ab. Das Marktforschungs-Institut TNS Infratest spricht global schon vom „Death of E-Mail Marketing“.

253 Minuten Freizeit

In der Freizeit gibt es so viel zu tun, dass wir fast keine mehr haben. Das trifft vor allem auf Jugendliche zu. Ihre Freizeit schrumpfte innerhalb von vier Jahren um mehr als eine halbe Stunde (36 Minuten) pro Tag. Der Durchschnittsdeutsche muss dagegen nur mit sieben Minuten weniger Freizeit auskommen als 2010. Insgesamt haben Jugendliche täglich vier Stunden und 13 Minuten freie Zeit zu füllen, was sie – wenig überraschend – hauptsächlich vor einem Bildschirm (Internet & Fernsehen) tun, so der Freizeit Monitor 2014 der Stiftung Zukunftsfragen, einer Initiative von British American Tobacco. Und welche Freizeit-Wünsche hätten Jugendliche, wenn der Freizeitstress nicht so groß wäre?

Traumautos und Autoträume

Five cars to drive before you die? Die Frage „Welche Autos wollen Sie im Leben unbedingt noch fahren/ausprobieren?“ stellten TNS Infratest und mobile.de auch der jungen Zielgruppe. Geld spielte dabei keine Rolle, entsprechend hochfliegend (und meist auch schnell) fallen die automobilen Träume der unter 29-Jährigen aus: Sie setzen Ford Mustang und Audi R8 auf die ersten beiden Plätzen, gefolgt von Lamborghini Aventador und Bugatti Veyron. Der reiferen Jugend (Altersgruppe 50 plus) würde schon ein VW Golf oder das BMW 1er M Coupé zum Autoglück reichen.

Ferien bei Fremden

Nach dem Car-Sharing, kommt jetzt das Apartment-Sharing. Hotels und Ferienwohnungen bucht man schon lange im Internet – immer beliebter wird es jetzt, sich bei Fremden einzuquartieren. Rund drei Millionen Bundesbürger haben schon private Zimmer über entsprechende Online-Plattformen wie airbnb oder 9Flats gebucht. Das sind fünf Prozent der Bevölkerung. Vor allem junge Leute stehen der privaten Zimmersuche als Alternative zu Hotels aufgeschlossen gegenüber. 42 Prozent der 14- bis 29-Jährigen können sich vorstellen, auf diese Weise ein Zimmer oder eine Wohnung zu mieten. Sieben Prozent überlegen, auf diesem Weg ihre eigene Wohnung oder einzelne Zimmer anzubieten (Quelle: Bitkom). 9flats bietet Unterkünfte in 140 Ländern, airbnb in 190. Also quasi überall, wenn man bedenkt, dass es in der Welt gerade mal 194 anerkannte Staaten gibt. Wir haben´s zumindest mal theoretisch getestet… 

Per Twitter und Facebook zur Polizei?

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©facebook.com/StadtpolizeiZ

Gerade berichten wir, dass die Polizei der beliebteste Wunscharbeitgeber deutscher Schüler ist, und schon macht bei Twitter & Facebook eine Kampagne der Stadtpolizei Zürich die Runde, die wirklich reizt, sich dort zu bewerben. „Lust mitzufahren? (Vorne natürlich.)“ steht auf dem Einsatzfahrzeug und „Jetzt bewerben: www.stadtpolizei.ch/jobs“. Bei Facebook überschlagen sich die (meist) positiven Kommentare.

Irgendwas mit Medien…

…ist als Berufswunsch bei Jugendlichen ziemlich out. Irgendwas mit Uniform oder mit Auto soll es heute sein! Die künftigen Wunscharbeitgeber älterer Schüler sind zuallererst Polizei (11,8 Prozent) und Bundeswehr (10,3 Prozent). Rechnet man noch den Zoll (4,3) und die Lufthansa (7,8 Prozent ) hinzu, die ja auch über schicke Piloten-Uniformen und Steward(essen)-Dresses verfügt, wollen ein Drittel der Schüler ihre Arbeitszeit künftig in vorschriftsmäßig genormter Kleidung verbringen. Das zeigt tendence Schülerbarometer 2014 für das 12.000 Jugendlichen der Schulklassen acht bis 13 befragt wurden.

Bunt ist meine Lieblingsfarbe…

…und offenbar nicht nur meine. In nur zwei Jahren haben es die Macher aus Deutschland geschafft, das Holifestival of Colours in 30 Städten und sechs Ländern zu etablieren. Kern der Megapartys: Junge (und jung gebliebene) Menschen bewerfen sich mit buntem Pulver. Die farbenfrohen Bilder kennt man eigentlich aus Indien. Dort begrüßen die Menschen mit dem Holi-Fest den Wechsel vom Winter zum Frühling und nach hinduistischem Glauben auch den Sieg des Guten über das Böse. Die internationale Variante ist glaubenstechnisch eher jenseits von Gut und Böse, aber deshalb nicht weniger farbenfroh.

Zombie Apps

Zombie Sweeper, Zombie Sniper, Zombie Hunter: Eine Fülle von Apps beschäftigt sich mit den Untoten. Weit mehr Apps aber sind selber „Zombies“. Zwar gibt es sie (noch), sie fristen ihr Dasein aber im Verborgenen, nämlich unterhalb der messbaren Beachtungsschwelle; 79,6 Prozent der Handy- und Tablet-Programme in Apples App-Store sind sogenannte „Zombie-Apps“. Sie sind zwar da, aber keiner merkt´s. Fast eine Million (genau: 953 387) dieser unbeachteten Apps zählten die Analytiker des Mobile-App Dienstleisters Adjust im Juni 2014 – bei einen Gesamtangebot von knapp 1,2 Millionen Apps. „Birth, life and death of an App“ nennt Adjust seinen Report passenderweise, wobei die Betonung auf „death“ liegen müsste.

Die lieben, teuren Kleinen

Eltern greifen fürs Taschengeld ihrer Kinder immer tiefer in die Tasche. Auch die Geldgeschenke erreichen Rekord-Niveau: Beides zusammengenommen „verdienen“ die 6- bis 13-Jährigen in Deutschland 3,3 Milliarden Euro pro Jahr. An Kindern wird eben nicht gespart. An anderen Stellen offenbar schon: Denn während das Durchschnittseinkommen der Deutschen seit zehn Jahren bei etwa 40.000 Euro jährlich stagniert (Quelle: IWF), wuchs das jährliche Budget der lieben Kleinen im selben Zeitraum um fast die Hälfte, also 700 Millionen Euro an. Die Kaufkraft der Kids stieg im Zehn-Jahres-Vergleich um fast ein Drittel, die der Gesamtbevölkerung sackte inflationsbedingt um 18 Prozent ab. Die Kids sind uns also lieb UND teuer, oder besser gesagt, immer lieber (?) und immer teurer (!).

Im LKW zum Superstar

Deutschland sucht den Superstar 2015 mit der bislang größten Casting-Tour der Geschichte – in 49 Städten in acht Ländern. Böse Zungen behaupten prompt, dass DSDS deshalb künftig in DSVDS umbenannt wird (Deutschland sucht verzweifelt den Superstar). Alles nur Gerüchte! Der DSDS-Truck unternimmt seine weite Reise natürlich nur „um den jungen deutschsprachigen EU-Bürgern eine unkomplizierte Teilnahme an den Castings zu ermöglichen“, lässt RTL verlauten. Ob der DSDS-Truck lastwagenweise junge Talente zu Tage fördern wird?