Finanzen

Frohgemut in die Altersarmut?

Die 17- bis 27-Jährigen blicken ausgesprochen optimistisch in ihre (nähere) Zukunft. Was die ferne Rente angeht, sind sie eher skeptischer. Die junge Zielgruppe spart heute mehr für besondere Anschaffungen, für Ausbildung oder Urlaube, aber weniger für die Altersvorsorge als noch vor drei Jahren. Sie hat entweder geringeres Vertrauen in die staatlich geförderte zusätzliche Altersvorsorge, zu wenig Geld dafür – oder beides. Das ergibt die aktuelle MetallRente-Studie Jugend, Vorsorge, Finanzen.

Einkommenssprung – nach unten

Arme Millennials! Noch vor 30 Jahren hatten junge Erwachsene deutlich mehr frei verfügbares Einkommen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Heute liegt ihr Budget deutlich unter dem der Älteren. Die Zahlen dazu aus den USA, Kanada, Australien und sechs europäischen Ländern hat der britische Guardian soeben exklusiv veröffentlicht. Und wie sieht es in Deutschland aus?

Jungen Deutschen vergeht die Reiselust

„Die schönste Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an.“ Dieses Zitat von Kurt Tucholsky hat die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen der neuen Tourismusanalyse 2016 vorangestellt. Doch genau das tut die junge Zielgruppe immer seltener. Nur 52 Prozent der 14- bis 34-Jährigen haben 2015 eine Reise von mindestens fünf Tagen Dauer unternommen – das sind satte vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Damit sank die Reiseintensität nach vielen Jahren erstmals wieder. Keine guten Nachrichten für die Tourismusbranche – doch was sind die Gründe für Reiseunlust und Urlaubsfrust der jungen Konsumenten? 

Junge Erwachsene sorgen sich um die Rente

21- bis 35-Jährige haben viel höhere Ansprüche an ihren noch fernen Ruhestand und gleichzeitig weit mehr Angst, dass diese sich nicht erfüllen könnten, als alle anderen Altersgruppen. Rund die Hälfte der jungen Zielgruppe will im Rentenalter – also in rund 40 Jahren – mehr reisen, verstärkt Wellness und Entspannung suchen sowie ihren Hobbys nachgehen. Weniger als ein Drittel der Älteren hingegen stellt so hohe Ansprüche.

Geld allein macht nicht glücklich …

…aber es beruhigt auch die Millennials. Finanzielle Stabilität hat für 74 Prozent der 18- bis 34-Jährigen den höchsten Stellenwert im Leben, rangiert damit knapp vor einer guten Beziehung (73 Prozent) und Freundschaften (63 Prozent). Die jungen Erwachsenen sind auch bereit, einiges für ihre finanzielle Sicherheit zu tun: 70 Prozent geben an, dass sie sorgsam mit ihrem Geld umgehen und zum Teil auch für die Zukunft etwas beiseite legen.

Schaffen, sparen, Häusle bauen

Was tun, wenn man plötzlich 50.000 Euro gewinnt? Mehr als ein Drittel (35 %) der 21- bis 29-Jährigen würde mit dieser Summe eine Immobilie anzahlen oder kaufen. Damit liegt die Investition ins Betongold nur knapp hinter der Traumreise (40,6 %) und dem Sparbuch (39,9 %). Die Erkenntnis, wie Twens mit unverhofftem Geldsegen umgehen würden, verdanken wir der Youngcom-Studie Jugend & Finanzen 2014. Der Wunsch, einen Gewinn in Immobilien zu investieren, wuchs seit 2008 um 3,8 Prozentpunkte. Kein Wunder, dass die Bausparkassen massiv auf die junge Zielgruppe setzen.