Selbst wenn man überall bargeldlos bezahlen könnte – die Deutschen würden sich dennoch mit großer Mehrheit gegen eine Abschaffung von Münzen und Scheinen wehren. Trotzdem könnte Bares irgendwann Rares werden: Junge Zielgruppen nämlich sehen dessen Abschaffung längst nicht so kritisch. 

 90 Prozent der Deutschen führen stets Bargeld mit sich, drei Viertel zahlen alltägliche Einkäufe bevorzugt bar. Die Jungen senken den Durchschnitt: Ein Fünftel der 14- bis 34-Jährigen hat nicht immer Bargeld dabei. 37 Prozent der 14- bis 34-Jährigen zahlen – wenn sie denn die Wahl haben – lieber elektronisch als mit Scheinen und Münzen, so eine Studie des GfK Vereins.

Verwandtes Thema – andere Studie (im Oktober 2015): Kleinvieh macht auch Mist, aber Kleingeld ist Mist: Mehr als 60 Prozent der jungen Zielgruppe sprechen sich für die Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus, so eine Studie von mymarktforschung.de.

Doch zurück zum gänzlichen Verzicht auf Bargeld: Acht Prozent der Jüngeren wären entschieden für die Abschaffung, elf Prozent würden vermutlich zustimmen (19 Prozent sind unentschieden). Nur eine knappe Mehrheit würde sicher (oder wahrscheinlich) dafür plädieren, weiterhin mit Münzen und Scheinen bezahlen zu können. Ältere Zielgruppen hängen viel stärker am Bargeld. Hauptgründe sind die bessere Kontrolle der eigenen Ausgaben, schlichte Gewohnheit und – allerdings nur für 17 Prozent – auch Vorbehalte beim Datenschutz. Wichtig für die gesamte Studie: Gefragt wurde unter der Voraussetzung, dass man tatsächlich überall (also auch in kleinen Geschäften und gegebenenfalls auch an Privatpersonen) bargeldlos zahlen könnte.

Für die Studie Bargeld 2016 hat der GfK Verein die GfK Marktforschung mit der Befragung von 2.000 Männern und Frauen ab 14 Jahren beauftragt. Die Studie wurde im Juli und August 2016 durchgeführt.