Elke Löw

Telefonieren ist Nebensache

Als die ersten Smartphones auf den Markt kamen, war der Spruch „und telefonieren kann man damit auch noch“ ebenso gängig wie dämlich. Kaum sieben Jahre später ist er Realität geworden. Zum Telefonieren verwenden junge Zielgruppen ihr Handy kaum noch – die verbale  Kommunikation übers Mobilfunknetz landet im Ranking der beliebtesten, täglich genutzten Anwendungen längst unter ferner liefen. Das haben wir jetzt sogar schriftlich.

Informationen App-gefischt

Nicht nur die NSA hat Zugriff auf unsere Smartphones – auch simple Apps betätigen sich als eifrige Spione. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) haben 10.000 der beliebtesten Android-Apps getestet. Ergebnis: 91 Prozent der Apps verlangen vom Nutzer eine Berechtigung für den Aufbau einer Internetverbindung und ein Großteil nutzt diese mehr oder weniger als Blanko-Vollmacht, um beim Start ungefragt persönliche Daten zu verschicken. Insgesamt enttarnte der Test Datenübertragungen an 4358 Server in der ganzen Welt – ohne Wissen und Zutun des Nutzers. 

Angabe ist auch eine Gabe

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr: Viele Deutsche zeigen ihren Mitmenschen bereitwillig, was sie haben. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau gab knapp jeder Vierte (22,6 Prozent) zu, anderen sehr gerne bestimmte Statussymbole wie ein teures Auto, wertvollen Schmuck oder exklusive Kleidung vorzuführen. Und das sind nur diejenigen, die sich offen dazu bekennen. Jugendliche und junge Erwachsene geben nach eigenen Angaben stärker mit materiellen Gütern an: 33,8 Prozent der 14- bis 29-Jährigen demonstrieren gerne, was sie sich leisten (können). Älteren sind Statussymbole weniger wichtig: Nur 15,4 Prozent der über 60-Jährigen profilieren sich darüber – behaupten sie jedenfalls.

Rekordreisejahr 2014

Frühling wird´s – und damit Hochsaison für die Reiseplanung. Während die meisten noch vom Urlaub träumen, verheißen die Frühbucher den Reiseveranstaltern schon jetzt traumhafte Zahlen. Mit einem prognostizierten Wachstum von knapp zwei Prozent steht der Tourismusbranche wohl wieder ein Rekordjahr bevor. Mittlerweile buchen 34 Millionen Deutsche und damit zwei von drei Internetnutzern online (Quelle: Bitkom).

Plastik im Portemonnaie

Wer kennt das Problem nicht? Ein Portemonnaie hat entweder zu wenig Platz für die vielen Plastikkarten, die man dabei haben sollte – oder es ist zu groß, um es komfortabel mit sich herumzutragen. Scheck-, Kredit-, Krankenversicherungs-, Mitglieds-Karte, ADAC- oder Bahn-Card, Führerschein und Paybackplastik – und schon wären die acht Fächer gefüllt, die eine kleine Geldbörse gar nicht hat. Schnuckelige Portemonnaies gibt es nur noch kleine Kinder. Betonung auf KLEIN! Schon Teenager haben heute Geldbörsen, wie sie früher nur bei Kellnern in Gebrauch waren. Mehr als die Hälfte der 12- bis 19-Jährigen hat ein Girokonto, nebst dazugehöriger Scheckkarte. 43 Prozent der Mädchen und 31 Prozent der Jungs nutzen zudem eine eigene Kreditkarte, die (zur Beruhigung der Eltern) allerdings meist prepaid ist. Und das ist noch nicht das Ende von Teenagers Plastik im Portemonnaie.

Trendsport Extrem-Couching

„Wohnst Du noch (bei den Eltern) oder lebst Du schon (in der eigenen Wohnung)?“ Dies ist eine zentrale Frage für den gesamten Möbelhandel – nicht nur für das schwedische Möbelhaus, dessen Slogan wir hier bemüht haben. Junge Erwachsene sind für Einrichtungshäuser und Online-Möbelhandel eine Top-Zielgruppe. Zwar erfreut sich das Hotel Mama vor allem bei jungen Männern etwas länger als früher großer Beliebtheit: Mit dreißig aber sind fast alle flügge: 87 Prozent der Männer und 94 Prozent der Frauen haben dann – zum Teil schon lange – eigene Wohnungen bezogen und/oder eine Familie gegründet. Kein Wunder, dass die junge Zielgruppe viel stärker über die Anschaffung von Möbeln nachdenkt als der Durchschnittsdeutsche.

Wirtschaftsfaktor Karneval

Ob Fasching, Fastnacht oder Karneval – heute geht´s richtig los auf Deutschlands Straßen, in Sälen, Kneipen und natürlich im Fernsehen. Vier bis fünf Milliarden Euro werden mit der fünften Jahreszeit umgesetzt. Da staunt der durchschnittliche Faschingsmuffel! Der ist übrigens meist über 40, verheiratet/hat Familie oder lebt in einer Region, die traditionell Karneval-resistent ist. Etwa ein Drittel der Deutschen feiert Fasching aktiv, ein weiteres vor dem Fernseher, der Rest versucht das närrische Treiben so gut es geht zu ignorieren. Fasching hat zwar Fans bei Jung und Alt – erlebt wird die Zeit aber ganz unterschiedlich. Während die einen flirten und feiern, sitzen die anderen vorm Fernseher. 

Fahrrad statt Führerschein

Das Auto hat bei jungen Menschen als Statussymbol ausgedient. Stattdessen haben sie das Rad zwar nicht neu erfunden, aber neu entdeckt: Mittlerweile werden in Deutschland vier Millionen Fahrräder im Jahr und damit mehr Drahtesel als Autos verkauft. Und unter den 14- bis 29-Jährigen ist die Absicht, sich in den nächsten zwölf Monaten ein neues Rad anzuschaffen, wesentlich ausgeprägter als beim Durchschnitt der Bevölkerung, nämlich um 20 Prozent.

Kaufkräftige Teenager

Noch mehr als bisher lohnt es sich für Unternehmen, Zwölf- bis 19-Jährige zu umwerben. Denn die Kaufkraft der Teenager steigt deutlich: Im Schnitt stehen den Kids knapp 1200 Euro im Jahr zur freien Verfügung. Das sind über 100 Euro mehr als im Vorjahr. Ein „Einkommensplus“, von dem die meisten Erwachsenen nur träumen können. Soweit ein erstes Ergebnis des BRAVO TrendMonitor 2014, den die Bauer Media Group soeben veröffentlicht hat. Jungs verfügen demnach übrigens über genau 200 Euro mehr pro Jahr (1287 Euro) als Mädchen (1087 Euro). Der Grund: Männliche Teenager jobben häufiger und verdienen damit besser.