Meldung

Verräterische Tweets

Sage mir, was Du twitterst und ich sage Dir, wer Du bist! Das versprechen Sprachwissenschaftler der Universität Twente (Niederlande). Sie ermitteln mithilfe des Internetprogramms TweetGenie Geschlecht und Altersgruppe – mit einer Genauigkeit von 85 Prozent. Natürlich ohne Profil oder Foto des Absenders zu kennen. Zur Geschlechtsbestimmung werden Signalwörter wie „Bier“ oder „Fußball“ herangezogen, die – wen wundert´s – eher Männern zugeschrieben werden. Bei Frauen ist öfter von „Fingernägeln“ die Rede, sie fügen auch gerne ein „hihi“ ein, wenn sie etwas als lustig deklarieren wollen. Weitere Faustregeln: Jüngere Twitterer sprechen öfter von sich selbst, nutzen mehr Smileys und dehnen gerne Wörter (niiiiiiiice). Regelmäßige Tweets wie „ICH habe meine Fingernägel schööööööön ;-)“ müssten mich also mindestens zehn Jahre jünger machen. Zumindest auf Twitter. Tweets von Älteren enthalten dagegen eher längere Sätze, mehr Links und Hashtags. Basis des Programms ist die Studie „How Old Do You Think I Am? A Study of Language and Age in Twitter“. Wer TweetGenie ausprobieren will, muss allerdings (noch) holländischen Twitterern folgen: „Let op, ik begrijp alleen Nederlands! (only works for Dutch!)“, heißt es auf der Homepage tweetgenie.nl

 

Ich bin dann mal weg – bei Facebook

Ohne soziale Netzwerke geht nichts mehr. 97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland sind in mindestens einem Netzwerk Mitglied – 86 Prozent der Mädchen und 94 Prozent der Jungs sind es beim unangefochtenen Spitzenreiter Facebook. Soweit, so bekannt. Angesichts rückläufiger Facebook-Nutzerzahlen in den USA hat sich der Bravo TrendMonitor die spannende Frage gestellt, ob junge Zielgruppen auch hierzulande dem Netzwerk den Rücken kehren. Die Antwort: Ja. Aber in (noch) sehr geringem Umfang. Doch warum gehen die Facebook-Aussteiger und wohin?

Von Mundhygiene-Werbung habe ich genug…

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Adriana (18), Maria (16) und Lisa (18)

Wir haben Teenager und Twens gefragt, was sie von Werbung halten. Heute geht es um die meistgehassten und die beliebtesten Spots. Doch zuerst ein aktuelles Ergebnis aus der Studie „Trend Tracking Kids 2013“ von iconkids & youth zur beliebtesten Fernsehwerbung: McDonald’s führt hier mit 13 Prozent Nennungen knapp vor Coca-Cola (12), gefolgt von Zalando (9 Prozent). Doch bei Zalando schreien in unserer Umfrage nicht alle Jugendlichen vor Glück.

Schlaf-Tablet(te)

Geahnt haben wir es schon, nun macht der Branchenverband Bitkom es amtlich: Die natürliche Umgebung von Tablets sind nicht Café, Bahn oder Flughafen, sondern Couch und Bett. 27 Prozent der Nutzer von iPad & Co verwenden die Geräte ausschließlich zu Hause, weitere 34 Prozent tun es überwiegend in den heimischen vier Wänden. Mit 92 Prozent ist die Couch der beliebteste Tablet-Nutzungsort. Jeder zweite Zu-Hause-Nutzer (48 Prozent) nimmt sein Gerät auch mit ins Bett. Ziemlich stationär also, die angeblich so mobile Tablet-Nutzung. Aber doch ein großer Fortschritt – von der Schlaftablette zum Schlaf-Tablet …

Werbung? Ignorier´ ich einfach…

… diesen und ähnliche Sätze haben wir oft als erstes gehört, wenn wir Teenager und Twens auf das Thema ansprachen. So schlimm – aus Sicht der Werbungtreibenden – war es dann aber doch nicht. Wenn die Jugendliche sich warmgeredet hatten, fiel ihnen eine Menge zu Werbung ein. Wie sie wirkt, wo sie nervt oder gefällt – und wie eine Kampagne aussehen sollte, damit sie sich wirklich angesprochen fühlen.

Wir wissen, in welchem Alter wie viel ferngesehen, Radio gehört, in Zeitungen und Zeitschriften gelesen wird. Bekannt ist, dass ohne Internet kaum noch etwas geht, dass 98 Prozent der Jugendlichen ein Handy und rund 80 Prozent einen Facebook-Account haben. Und natürlich wird auch erforscht, was Jugendliche und junge Erwachsene von Kampagnen halten. Diese Ergebnisse aber verwahren werbungtreibende Unternehmen (als Auftraggeber der Studien) meist sorgfältig in ihren Tresoren. Da wir nicht die Panzerknacker sind – und uns Studien zu einzelnen Marken ohnehin nicht weiterhelfen – haben wir Teens und Twens einfach selbst gefragt, was sie von Werbung halten.

Do´s & Dont´s bei QR-Codes

bt_01_lange_NachtQR-Codes – ein Selbstversuch: Drei Tage lang wird jedes schwarz-weiße Quadrat gescannt, das mir vors Smartphone gerät. Ich gehe vor QR-Codes auf die Knie und wachse über mich hinaus, um die zu scannen, die mir zu hoch (angebracht) sind. Ein Bericht über QR-Frust, -Fehler und -Favoriten.

Das fängt ja gut an! QR-Code Nummer eins, ein Citylight-Plakat zur „Langen Nacht der Musik“ in München. Toll, die war am 11. Mai – was auch zu Beginn meines QR-Tests schon einen satten Monat her ist. Immerhin sagt mir die Landingpage, dass ich mich auf die nächste Veranstaltung am 14. Mai 2014 freuen kann. Ich freue mich. Schließlich ist nicht der Code, sondern die schlechte Auslastung der Plakatstelle schuld. Was hängt, bleibt eben hängen, bis der nächste Kunde mit Auftrag droht.

Laufend SMS

Durch die Gegend laufen und dabei SMS oder E-Mails schreiben – für Jugendliche kein Problem, bisher aber Multitasking mit Verletzungsgefahr. Zu den Risiken und Nebenwirkungen gehörten Zusammenstöße mit Passanten und Verkehrsschildern. Abhilfe schafft die Gratis-App „SMS beim Laufen“. Wohin man geht, zeigt das Display im Hintergrund der SMS. Und App sei Dank entschuldigt man sich nicht mehr versehentlich bei Laternenpfählen, die man ebenso versehentlich gerammt hat. www.itunes.com