Gesellschaft

Wie kauft Deutschland übermorgen ein?

Diese Frage stellt die QVC Zukunftsstudie Handel 2036. Für die Studie wurde unter anderem die Generation Y (also die 16- bis 31-Jährigen) zu ihren Wünschen an und ihren Vorstellungen vom Handel der Zukunft befragt. Demnach enthält Einkaufen künftig zum Beispiel auch eine soziale Komponente: Rund ein Viertel kann sich (sehr) gut vorstellen, in Zukunft „mit Freunden gemeinsam im Online-Chat oder in der virtuellen Realität shoppen zu gehen“.

Jung gegen Alt

65 Prozent der Menschen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz sind der Meinung, dass die Jungen zu sehr auf sich selbst schauen. Das Erstaunliche: Dieser Aussage stimmen die Millennials (18- bis 35-Jährige) selbst am meisten zu: 70 Prozent der jungen Zielgruppe Prozent attestieren ihrer eigenen Generation eine Ego-Zentriertheit, wie sie nur rund die Hälfte der Senioren an ihnen kritisiert. 

Ausbildung abgebrochen

 

2015 wurden etwa 142.000 Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, was einer bundesweiten Abbruchquote von 24,9 Prozent entspricht. Sie kostet deutsche Firmen rund 580 Millionen Euro pro Jahr, so Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).Eine neue Studie will zeigen, wie man der hohen Zahl der Abbrüche begegnen kann. Weiterlesen

Azubis ohne Schulabschluss brechen die Lehre am häufigsten ab (37,1 Prozent). Bei Abiturienten liegt die Auflösungsquote nur bei 14,2 Prozent. Noch stärker als nach dem Bildungsabschluss unterscheidet sich die Abbrecherquote nach Branchen: Mehr als die Hälfte der Ausbildungsverträge zu Restaurant-Fachfrau/-Fachmann scheitern. Bei Friseuren werden 48 Prozent der Ausbildungsverträge und bei Dachdeckern 39,6 Prozent vorzeitig beendet. Dagegen scheitert die Ausbildung von Verwaltungsfachangestellten (3,4 Prozent), Bankkaufleuten (6,4) und Mechatronikern (8,4 Prozent) nur selten, so der BIBB-Bericht.

Wenn es mit der Ausbildung schief geht, hat dies häufig mit falschen Erwartungen und mangelnder Kommunikation zu tun. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat das Soziologische Institut Göttingen (SOFI) mit Unterstützung der Vodafone Stiftung Deutschland erstmals systematisch Ausbildungsbegleiter – also externe Vermittler, die Jugendliche und Betriebe beraten – befragt.

Die Lösungsvorschläge der Experten, um die Zahl der Abbrüche zu reduzieren:

  1. Schulabgänger gezielter unterstützen, damit sie realistische Erwartungen an ihre Ausbildung entwickeln
  2. Azubis und ihre Betriebe durch externes Ausbildungsmanagement überstützen
  3. Ausbilder in den Betrieben gezielter weiterbilden.

Unter dem Titel Reden ist Gold stellt die Vodafone Stiftung die Kernaussagen der SOFI-Studie zur Verfügung.

Smartphone-Kritik

Man lese und staune: Zwar geht für junge Erwachsene ohne Smartphone fast nichts mehr, dennoch sehen sie die mobilen Alleskönner durchaus kritisch. 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen meinen, dass die massenhafte Verbreitung von Smartphones schlecht für die Gesellschaft sei (41 Prozent halten sie für gut). Der Rest hat zum Thema keine Meinung oder will sie nicht äußern. 

Die Ängste der jungen Deutschen

Am meisten Angst macht den Bundesbürgern der Terrorismus (in allen Altersgruppen fürchten sich mehr als 70 Prozent davor). Insgesamt sind die Deutschen deutlich stärker von Ängsten geplagt als früher. Dass Jugendliche sich weniger Sorgen machen als Ältere, ist naheliegend; dass sie sich vor ganz anderen Dingen ängstigen, überrascht schon eher. 

Zu Risiken und Nebenwirkungen

82 Prozent der 15- bis 29-Jährigen bringen Apothekern hohes Vertrauen entgegen. Damit ist ihre Einschätzung der Experten für Risiken und Nebenwirkungen noch positiver als die der Durchschnittsbürger (Vertrauensquote 72 Prozent). Auch liegt der jungen Zielgruppe die gute medizinische Versorgung von Flüchtlingen stärker am Herzen als den älteren.

Mainstream ist kein Schimpfwort mehr

Im Gegenteil. Mainstream zu sein, ist für viele Jugendliche heute Teil ihres Selbstverständnisses. So zu sein „wie alle“ wird immer mehr zum Ziel der 14- bis 17-Jährigen. Dies ist nur eines der vielen Ergebnisse der heute in Berlin veröffentlichten Sinus-Studie Wie ticken Jugendliche 2016?