Zucker ist böse. Wahlweise ist das weiße Zeug „das neue Fett!“ (SWR), „der neue Tabak“ (Welt) oder gleich „das neue Heroin“ (n-tv). Besonders in der Kritik ist Zucker nicht in seiner reinen Pulverform, sondern schlau versteckt in Süßigkeiten und gut getarnt in Fertiggerichten. Dies hat sich zum Leidwesen der Hersteller auch in jungen Familien rumgesprochen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. 

72 Prozent aller jungen Familien (mit Kindern unter zehn Jahren) achten darauf, dass möglichst oft frisch gekochtes Essen auf den Tisch kommt, sagen sie jedenfalls. Allerdings verzichten nur 17 Prozent komplett auf Fertiggerichte wie Tiefkühl-Pizza & -Pommes. Fast die Hälfte (46 Prozent) achtet darauf, dass ihre Kinder wenig Süßigkeiten essen und in 22 Prozent der Familien gibt es weder Süßes zur Belohnung, noch wenn Langeweile droht. 16 Prozent der Eltern geben sogar an, dass sie selbst und ihre Kinder weitgehend auf Zucker verzichten (Mehrfachnennungen möglich).

Die Studie Junge Familien 2017 hat sich aber nicht nur des Themas Ernährung angenommen. Darüber hinaus geht es um die Bedeutung der Familie sowie die Familienfreundlichkeit in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt. Demnach findet es nur rund ein Drittel (36 Prozent) der Eltern einfach, Arbeitsleben und Kindererziehung miteinander zu verbinden (vor zwei Jahren waren es noch 41 Prozent). Im Kollegenkreis gebe es weniger Verständnis als früher, klagt man; so ist der Anteil der Teilzeitangebote seit der letzten Befragung von 41 auf 36 Prozent zurückgegangen. Gleitzeit offerierten nur noch in 42 Prozent der Betriebe – vor zwei Jahren waren es noch 47 Prozent.

„Insgesamt sieht man, dass starre Arbeitszeitmodelle immer noch die Regel sind“, sagt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK, die die Studie herausgegeben hat. „Für die Eltern in der Belegschaft macht es den Alltag aber schwieriger, was sich dauerhaft auf die Mitarbeitermotivation auswirkt.“

Die Umfrage Junge Familien 2017 wurde im März 2017 im Auftrag der pronova BKK online durchgeführt. Dafür wurden 1.000 Bundesbürger mit mindestens einem Kind unter zehn Jahren im Haushalt repräsentativ befragt. Die pronova BKK gehört zu den vier größten Betriebskrankenkassen und zu den größten Krankenkassen in Deutschland.