Studie

Mainstream ist kein Schimpfwort mehr

Im Gegenteil. Mainstream zu sein, ist für viele Jugendliche heute Teil ihres Selbstverständnisses. So zu sein „wie alle“ wird immer mehr zum Ziel der 14- bis 17-Jährigen. Dies ist nur eines der vielen Ergebnisse der heute in Berlin veröffentlichten Sinus-Studie Wie ticken Jugendliche 2016?

Frohgemut in die Altersarmut?

Die 17- bis 27-Jährigen blicken ausgesprochen optimistisch in ihre (nähere) Zukunft. Was die ferne Rente angeht, sind sie eher skeptischer. Die junge Zielgruppe spart heute mehr für besondere Anschaffungen, für Ausbildung oder Urlaube, aber weniger für die Altersvorsorge als noch vor drei Jahren. Sie hat entweder geringeres Vertrauen in die staatlich geförderte zusätzliche Altersvorsorge, zu wenig Geld dafür – oder beides. Das ergibt die aktuelle MetallRente-Studie Jugend, Vorsorge, Finanzen.

Junge Zielgruppe trinkt weniger Softdrinks

Schlechte Nachricht für Cola, Limo & Co: 57 Prozent der 18- bis 29-Jährigen greifen nur noch einmal pro Woche oder sogar noch seltener zu Softdrinks. Die breite Mehrheit (83 Prozent) der jungen Erwachsenen hält die Brausen nämlich für eher ungesund. Innerhalb der Gesamtbevölkerung hegen nur zwei Drittel (66 Prozent) gesundheitliche Bedenken.

Das Selfie einer Generation

Eine Million Teilnehmer erwartet Generation What – nach eigenen Angaben die „größte Jugendstudie, die es je gab“. Könnte klappen: Denn 15 öffentlich-rechtliche Fernsehsender in Europa (darunter BR, SWR und ZDF) trommeln für die Teilnahme und berichten. Nach nur einem Tag hatten gestern allein in Deutschland rund 12.000 18 bis 34-Jährige die 149 Fragen beantwortet. Die Ergebnisse von Generation What lassen sich auf der interaktiven Web-Seite live verfolgen.

Vorsicht Blindgänger

Autofahrer aufgepasst: Die Gefahr, einen oder mehrere Fußgänger zu überfahren, wird immer größer. Denn die achten beim Überqueren einer Straße oft mehr auf ihr Smartphone als auf den Verkehr. Gesehen (und womöglich selbst gemacht) haben wir das alle schon. Die Dekra liefert uns jetzt freundlicherweise die Zahlen der vom Smartphone Abgelenkten. Die Blindgängerquote liegt europaweit bei 17 Prozent, in der jüngeren Zielgruppe der 25- bis 35-Jährigen sogar bei 22 Prozent. Wohlgemerkt beim Überqueren viel befahrener Kreuzungen und Fußgängerüberwege. 

Junge Versicherungskunden – untreu und unzufrieden

In der jungen Zielgruppe ortet die Versicherungsbranche ihr größtes Potenzial: Während 2015 der durchschnittliche Versicherte in Deutschland 4,9 Verträge bei 2,3 Versicherern hatte, gibt es bei den 18- bis 30-Jährigen mit 3,6 Verträgen noch Nachholbedarf. Allerdings sind die Jüngeren ihren Versicherungen auch weniger treu als die Älteren. Dies geht aus dem Kundenmonitor Assekuranz des Marktforschers YouGov hervor. Parallel dazu zeigt der World Insurance Report 2016 von Cap Gemini, dass die junge Zielgruppe mit den Versicherern viel unzufriedener ist als ältere Klienten.

Sportswear: Auf die Marke kommt es an

14- bis 30-Jährige geben im Durchschnitt 458 Euro pro Jahr für Sportswear aus. Über ein Drittel der Befragten investiert sogar mehr als 500 Euro in Sportbekleidung. Zwei Dritteln der jungen Zielgruppe ist beim Kauf von Sportkleidung und -schuhen die Marke „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“. Das sind erste Ergebnisse der Studie Sportswear 2015 des überregionalen Forschungsnetzwerks Access Marketing Management.

Junge Zielgruppe will Mobile Payment

Smartes Bezahlen setzt sich laaaangsam aber sicher durch. Die junge Zielgruppe, die auch gerne mal 1,99 an der Supermarkt-Kasse per EC-Karte bezahlt, wird dafür sorgen! Mehr als ein Drittel der 14- bis 29-Jährigen (36 Prozent) hat schon per Smartphone bezahlt, in der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen sind es nur halb so viele und bei den über 50-Jährigen nur noch zehn Prozent. Das geht aus der aktuellen IP-Trendline Befragung hervor. 

Millennials in Bayern (und anderswo?)

Wer wissen will, wie beträchtlich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern immer noch sind, sollte sich die Studie Lebensentwürfe junger Frauen und Männer in Bayern ansehen. Die erhebt zwar nur die Lebensverhältnisse im Freistaat, dies aber gründlich. Und die Ergebnisse dürften zumindest in der Tendenz auch für andere Bundesländer zutreffen. Einige Trends: Insgesamt geben 23 Prozent der 18- bis 40-Jährigen an, ein sehr starkes oder starkes Interesse an Politik zu haben. Doch während es bei jungen Männern immerhin 35 Prozent sind, halten sich lediglich 11 Prozent der jüngeren Frauen für politikinteressiert.