Einstellungen

Generation „Ja, aber“

…so beschreibt die Studie „Standort Zukunft“, die der Energiekonzern RWE und TNS Emnid erstellt haben, Menschen um die 30 – also 7,9 Millionen Deutsche zwischen 27 und 34 Jahren. Doch warum „Generation Ja, aber“? Diese Altersgruppe will Sinnstiftung statt Reichtum – ABER trotzdem gut verdienen. Sie will ökologisch leben, ABER deswegen nicht wirklich auf etwas verzichten, und: Sie will die große Freiheit genießen, entscheidet sich ABER dennoch für den sicheren Arbeitsplatz.

Einfach Stressiger

Zwei Drittel der 18- bis 30-Jährigen in Deutschland fühlen sich von der sich immer schneller drehenden digitalen Welt gestresst, so eine YouGov-Studie für Vodafone. Und das, obwohl digitale Technologien ihrer Meinung nach das tägliche Leben und die Arbeitsprozesse bequemer (jeweils 84  Prozent) und das Studium einfacher machen (74 Prozent).  Klingt nach Widerspruch, ist aber keiner.

„Unabhängig“ ist das neue „sexy“

Ob Alice Schwarzer Cola light mag, wissen wir nicht. Die ersten Ergebnisse der neuen Coca-Cola light-Studie aber dürfte sie lieben. Denn danach mögen junge Männer selbstbewusste Frauen: 61 Prozent der 20- bis 39-Jährigen finden starke Frauen attraktiv, knapp ein Viertel der Befragten sogar „sehr attraktiv“. Und 64 Prozent würden sich bei der Partnerwahl für eine solche Powerfrau entscheiden. Doch was zeichnet sie aus, die starke unabhängige Frau von heute?

Sind wir nicht alle ein bisschen Spießer?

Ja. Sind wir. Das will jedenfalls die Frauenzeitschrift Petra mittels einer Forsa-Befragung herausgefunden haben. Zwei Dritteln der Frauen zwischen 20 und 40 ist es demnach egal, wenn man sie „spießig“ nennt, nur 34 Prozent wären beleidigt. Kein Wunder, wo uns doch schon Bausparkassen fernsehwerblich auffordern, den Spießer in uns zu entdecken. Geht´s auch ein bisschen konkreter? Aber gerne:  „Würden Sie manchmal gerne aus Ihrem Leben ausbrechen und wilder, freier, unangepasster sein?“, fragte Forsa. 71 Prozent der Frauen antworteten mit einem klaren „Nein“. Klingt ziemlich spießig… und sehr zufrieden.

 

Per Smartphone bezahlen klingt smart…

…ist es aber (noch) nicht. Selbst Technik-Begeisterte benutzen ihr Handy so gut wie nie als Portemonnaie. Erst 17,6 Prozent der App-Fans in Deutschland haben überhaupt schon einmal mit ihrem Smartphone bezahlt. Für weitere 38 Prozent wäre es zumindest vorstellbar, sich irgendwann in Zukunft nur mit dem Smartphone bewaffnet an einer Kasse anzustellen. Und dabei handelt es sich nur um Auskünfte von Menschen, die ihr Smartphone so gern nutzen, dass sie den Marktforschern von TNS Infratest ihre Erfahrungen mittels einer eigenen Befragungs-App beantwortet haben.

2020 wird alles besser…

…davon sind die sogenannten Millenials, also die 15- bis 24-Jährigen, überzeugt. 6800 von ihnen ließ Viacom für die Studie „MTV Knowing Youth: Vision 2020“ befragen – in 32 Ländern. 84 Prozent der Millenials sind der Ansicht, dass ihre Generation das Zeug dazu hat, die Welt zu verändern – natürlich zum Besseren! Die Gesellschaft wird 2020, glauben die Jungen, fairer und gleicher sein, die Wirtschaft stärker und stabiler. Es wird weniger Müll und mehr erneuerbare Energien geben. Die Welt wird friedlicher und toleranter. Kurzum: Die Jugend ist optimistisch wie eh und je. Hoffentlich bleibt sie es und hoffentlich behält damit recht! Es wäre doch zu blöd, wenn wir in 30 Jahren von den Teens und Twens von heute den Satz hören müssten: „Früher war alles besser.“ Denn der wird die Jugendlichen im Jahr 2044 genauso nerven wie die Generationen vor ihnen.

Angabe ist auch eine Gabe

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr: Viele Deutsche zeigen ihren Mitmenschen bereitwillig, was sie haben. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau gab knapp jeder Vierte (22,6 Prozent) zu, anderen sehr gerne bestimmte Statussymbole wie ein teures Auto, wertvollen Schmuck oder exklusive Kleidung vorzuführen. Und das sind nur diejenigen, die sich offen dazu bekennen. Jugendliche und junge Erwachsene geben nach eigenen Angaben stärker mit materiellen Gütern an: 33,8 Prozent der 14- bis 29-Jährigen demonstrieren gerne, was sie sich leisten (können). Älteren sind Statussymbole weniger wichtig: Nur 15,4 Prozent der über 60-Jährigen profilieren sich darüber – behaupten sie jedenfalls.

Jugendliche schenken am Valentinstag

Heute wollen wir mit zwei Gerüchten aufräumen: Der Valentinstag wurde – entgegen landläufiger Meinung – weder von Fleurop eingeführt, noch in den USA erfunden. Ins Leben gerufen hat ihn vielmehr die katholische Kirche im Jahre des Herrn 469, in Erinnerung an den Märtyrer Valentinus. Dass die Werbung des Blumenhandels ihn im 20. Jahrhundert zum Tag der Liebenden und der Top-Umsätze gemacht hat, steht natürlich außer Frage. Zwar hielten 2012 laut einer repräsentativen Umfrage von Readers Digest 60 Prozent der Deutschen den Valentinstag für „kommerziellen Quatsch“. Was aber, laut Statista, 62,3 Prozent derselben keineswegs davon abhält, den Partner zu beschenken. Klingt nach Widerspruch – ist es aber nicht. „Kommerziellen Quatsch“ mitzumachen ist manchmal sinnvoller als die Liebste zu enttäuschen. Außerdem haben Jüngere ohnehin weniger Einwände gegen das vom Kalender vorgeschriebene Rote-Rosen-Ritual: So ist die Mehrheit der 14- bis 18-Jährigen per se entschlossen, am heutigen Valentinstag den Partner oder die Partnerin zu beschenken. Der Nachwuchs an Valentinstags-Willigen scheint also vorerst gesichert. Vielleicht hat die katholische Kirche in diesem Fall etwas zu schnell gehandelt: Sie strich den Valentinstag nämlich 1969 aus ihrem Generalkalender – zu einem Zeitpunkt also, zu dem Fleurop den 14. Februar in Deutschland noch gar nicht ausreichend promoted hatte.

Frauen und Technik 3.0

Wenn der Steuer-Shitstorm über Alice Schwarzer endlich hinweg gebraust ist, hätten wir für die Frauenrechtlerin ein weiteres Aufreger-Thema parat: Frauen und Technik. Denn der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist bei diesem Thema sogar in der Generation der 18- bis 30-Jährigen eklatant: Obwohl genauso viele junge deutsche Frauen wie Männer ein Smartphone oder einen Laptop besitzen (jeweils rund drei Viertel) und ebenso viele Stunden pro Tag (jeweils fünf) online verbringen, befinden 85 Prozent der Männer ihre Technologie-Kenntnisse für exzellent oder gut. Bei den Frauen sind es dagegen nur 65 Prozent.

Besser geht immer

So sehen echte Vorbilder aus: Jugendliche fassen nicht nur öfter gute Vorsätze zum neuen Jahr – sie halten sich sogar meist daran! Während 44 Prozent der 14- bis 29-Jährigen den inneren Schweinehund in diesem Jahr an die Kandare nehmen wollen, sinkt die Neigung, ein wenig besser, schöner oder klüger zu werden, mit dem Alter deutlich: Von den über 60-Jährigen hat laut einer Forsa-Umfrage der DAK nur noch knapp ein Drittel den Jahreswechsel zum Anlass für gute Vorsätze genommen. Im Ranking der selbstverordneten Optimierungsbestrebungen liegen bei den Jungen mehr Bewegung (54 Prozent), Stressabbau (52), mehr Zeit für Freunde und Familie (53) sowie gesündere Ernährung (49 Prozent) ganz oben. Abnehmen steht bei 23 Prozent auf der To-do-Liste, weniger fernsehen bei 17 Prozent.
„Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert“, schrieb George Bernard Shaw einst aufgrund der Erfahrung, dass diese meist nicht eingehalten werden. Wäre der Literatur-Nobelpreisträger heute jung, wären wir wohl um ein geistreiches Zitat ärmer: Denn mehr als die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (52 Prozent) geben an, ihren Vorsätzen für 2013 ein ganzes Jahr lang treu geblieben zu sein. Ein weiteres Fünftel war immerhin zwei bis drei Monate erfolgreich. Die Älteren nahmen sich übrigens nicht nur weniger vor. Sie hielten auch nicht so lange durch.