Schlechte Nachrichten für die Fernsehsender: US-Millennials gucken nicht nur immer weniger klassisches TV, sie können Sendungen auch kaum noch den richtigen Kanälen zuordnen. Konsequenterweise nennt die US-Agentur Anatomy Media ihre Millennial-TV-Studie deshalb The Young and the Brandless.

Während fast zwei Drittel der 18- bis 26-Jährigen (65 Prozent) Netflix-Programme der richtigen Marke zuordneten, waren es bei Sendungen klassischer TV-Anbieter weniger als die Hälfte: Nur 31 Prozent konnten bei Sendungen von ABC, CBS oder NBC die korrekte Sendermarke nennen. Lediglich Trumps Lieblingssender Fox schnitt mit 40 Prozent korrekten Zuordnungen etwas besser ab. Schlusslichter des Marken-Memories waren Amazon (20 Prozent) und Hulu (15 Prozent).

Für die Hälfte der jungen US-Millennials ist der Fernseher dennoch das wichtigste Gerät zum Konsum von TV-Inhalten, was auch daran liegen dürfte, dass junge Erwachsene in den Staaten immer länger im Elternhaus wohnen bleiben. 18 Prozent bevorzugen Mobile, um TV-Sendungen zu sehen und 32 Prozent einen Desktop.

Dass Fernsehgeräte bei jungen Erwachsenen (nicht nur in den USA) weiter an Relevanz verlieren werden, ist absehbar: 71 Prozent der 18- bis 26-Jährigen nutzen Streaming und OTT-Plattformen (letztere sind in Deutschland weniger verbreitet, etwa myvideo). Rund die Hälfte sieht TV-Inhalte live, on demand oder per Digitalrecorder. Jeweils etwa ein Drittel der jungen Zielgruppe genießt „Fernsehen“ mittels Mobile-Apps oder gesteht, auf illegalem Weg auf Bewegtbildinhalte zuzugreifen.

Für The Young and The Brandless ließ die New Yorker Marketingagentur Anatomy Media 3.100 Millennials im Alter zwischen 18 und 26 Jahren befragen (Erhebungszeitraum: Dezember 2016 bis Januar 2017).

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