Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber spannend: 16- bis 25-Jährige, die ins Ausland gehen, um sich dort ehrenamtlich für eine gute Sache einzusetzen, zieht es vor allem in Industrienationen: die USA, Kanada, Neuseeland und Australien.

Soziale Projekte für freiwillige Helfer gibt es vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern – die Reisepläne der Freiwilligen aber zielen häufig in andere Richtungen: 65,4 Prozent der Befragten, die sich bereits für ein Einsatzland entschieden hatten, wollten in ein Industrieland, wo es allerdings fast ausschließlich Einsatzmöglichkeiten im Natur- und Tierschutz gibt. Als einziges Schwellenland unter den Top fünf liegt Südafrika auf Platz zwei des Länderrankings. „Vor allem junge Volunteers wählen für ihren Auslandsaufenthalt ein Land, mit dem sie einen hohen Erlebniswert verbinden. Auf der anderen Seite möchte kaum jemand nach Rumänien oder Äthiopien, wo ein großer Bedarf an freiwilligen Helfern besteht“, merkt Christian Rhode, Sprecher der Initiative Auslandszeit, kritisch an. Dabei gaben aber über 70 Prozent in der Umfrage an, ihnen sei der Einsatzbereich wichtiger als das Land. Das Kennenlernen einer fremden Kultur ist meist das wichtigste Motiv für Freiwilligenarbeit im Ausland, gefolgt von dem Wunsch Lebenserfahrungen zu sammeln. Nur etwas weniger als der Hälfte der Befragten geht es darum, anderen zu helfen.

Altruistische Gründe stehen also nicht bei allen Freiwilligen im Vordergrund: „Das mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass viele Volunteering-Angebote auf dem Markt eher das Reiseerlebnis in den Mittelpunkt stellen, nicht so sehr den Hilfseinsatz oder einen interkulturellen Austausch“, so Christian Rohde. Knapp ein Drittel der zukünftigen Freiwilligen möchte sich ein bis drei Monate engagieren, ein sehr großer Teil (44,2 Prozent) sogar zwischen drei Monaten und einem ganzen Jahr.

Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage des Fachportals freiwilligenarbeit.de. Volunteering im Ausland ist demnach offenbar Frauensache: Fast 80 Prozent der befragten Nutzer waren weiblich. Die Webseite gehört zum Informations-Netzwerk der Initiative Auslandszeit, deren Portale monatlich von über einer halben Million Interessenten besucht werden. In der Studie wurden über 1.600 Personen mit Interesse am Volunteering zu ihren Motiven, Plänen und Erwartungen rund um eine Freiwilligenarbeit im Ausland befragt.Drei Viertel der befragten Nutzer waren zwischen 15 und 25 Jahre alt. Die Untersuchung wurde vom Fachgebiet Psychologische Forschungsmethoden an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.