Online

Hausaufgabenhelfer Internet

Früher musste als Ausrede der Hund herhalten, der die Hausaufgaben gefressen hat. Heute reicht es schon, dass das Internet nicht funktioniert hat. Denn für Schüler sind Hausaufgaben ohne Online-Recherche kaum noch vorstellbar. Neun von zehn Jugendlichen (91 Prozent) im Alter von 14 bis 19 nutzen Informationen aus dem Netz zu Unterrichtsvorbereitung. Im Web wird aber nicht nur eifrig recherchiert, sondern auch eifrig abgeschrieben.

Kunst in die Pfanne hauen

Pancake Art
©BuzzFeedVideo/Youtube

Friede, Freude, Eierkuchen – oder besser Pfannkuchen: Das simple Gericht hat das Zeug zum neuen YouTube-Hit und damit zu unserem Oster-Thema. In nur wenigen Tagen hat ein BuzzFeed-Video mit dem Titel „Your Week in Pancake Art“ die Millionen-Klick-Grenze überschritten. Ob Gorilla, Garfield oder Grumpy Cat – es gibt kaum ein Motiv, das nicht in die Pfanne gehauen wird. Aber nicht nur das: Wer (Küchen)-künstlerisch eher unbegabt ist, kann die Motive bald auch am Computer designen und dann verbraten.

Generation YouTube

Am 15. Februar feierte die Videoplattform YouTube ihren 10. Geburtstag. Die Ergebnisse einer Goldmedia-Studie dürften jetzt als nachträgliches Geburtstagsständchen durchgehen. Für junge Erwachsene nämlich ist YouTube nämlich vom Portal zum ausgewachsenen Medium geworden: Die 18- bis 29-Jährigen haben durchschnittlich 30 YouTube-Kanäle abonniert – während ältere Menschen (in diesem Fall die über 30-Jährigen) nur gelegentlich mal reinklicken.

Strömendes Vergnügen

Gute Nachrichten für die Volkshochschulen. Das Kürzel VHS gehört ihnen wieder ganz allein. Laut Googles Suchergebnissen jedenfalls scheint schon fast in Vergessenheit geraten zu sein, dass VHS einst auch für Video Home System und damit für die klobigen schwarzen Plastikboxen stand, in denen Magnetbänder die Aufzeichnung und Wiedergabe bewegter Bilder besorgten. Vorbei auch die Zeiten, in denen Online-Videos noch ruckelten oder zuerst mühevoll und stundenlang heruntergeladen werden mussten. Heute wird gestreamt, was das Zeug hält – vor allem, aber nicht nur in jungen Zielgruppen.

E-Mail? Wie altmodisch!

E-Mail ist bei Jugendlichen fast so out wie der klassische Brief auf Papier. Auf die Frage nach ihren drei wichtigsten Kommunikationskanälen nennen nur noch sieben Prozent der 10- bis 18-Jährigen die E-Mail. Lediglich der Brief auf Papier, von der (Schnecken-)Post befördert, wird noch seltener angegeben (drei Prozent). Die wichtigsten Wege um sich mit Freunden auszutauschen sind Handy-Kurznachrichten inklusive WhatsApp (70 Prozent) sowie persönliche Gespräche (66 Prozent), gefolgt von Festnetztelefonaten (36), Social Media (32) und Handyanrufen (28 Prozent) – so eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom.
Doch nicht nur deutsche Jugendliche wenden sich von der einst so unentbehrlichen E-Mail ab. Das Marktforschungs-Institut TNS Infratest spricht global schon vom „Death of E-Mail Marketing“.

Spieltrieb

Früher hatten Teenager die Wahl zwischen Mau Mau, Mensch ärgere Dich nicht und Monopoly. Heute spielen 93 Prozent der 10- bis 18-Jährigen Computer- und Video-Spiele. Und zwar je älter, desto lieber und länger: 16- bis 18-Jährige frönen heute im Schnitt 124 Minuten pro Tag dem Spieltrieb auf Smartphones, Computern und Konsolen. Alle gleichauf im Highscore? Fehlanzeige! Während männliche Jugendliche von 10 bis 18 Jahren täglich mehr als zwei Stunden spielend an den Monitoren hängen, reicht die Games-Begeisterung bei Mädchen nur für 82 Minuten.

Native oder naiv?

Native Advertising heißt ein neuer Trend (oder eher ein neues Buzzword?). Dabei geht es nicht etwa um Werbung für amerikanische Ureinwohner, sondern, frei übersetzt, um „natürliche“ Werbung. Will heißen: Online-Werbung, die so gestaltet ist, dass sie sich möglichst wenig vom redaktionellen Umfeld der Webseite unterscheidet. Dem Nutzer soll damit suggeriert werden, es handle sich um solide Information, nicht etwa um (Schleich-)Werbung. Aber es soll schließlich auch informative Werbung geben. Neu ist das alles nicht: Bei Zeitschriften heißen Anzeigen, die wie Redaktion aussehen, Advertorials – und alle Jahre wieder regen sich Medienwächter heftig darüber auf, um sich dann wieder abzuregen. Und dann bleibt alles beim Alten. Kurzum: Werbung, die sich optisch gut in eine Website einfügt, ist schön. Ein Hoch also auf „richtiges“ Native Advertising. Eine Kennzeichnung als Werbung aber gehört sich nicht nur, sie ist auch noch sinnvoll. Denn wer dem Nutzer ein X (Werbung) für ein U (redaktioneller Inhalt) vormacht, verkauft ihn für dumm. Und das ist nie klug. Vor allem Digital Natives sind nicht so naiv, auf Native Advertising hereinzufallen, nur weil nicht „Werbung“ drübersteht. Einen ausführlichen Beitrag zum Thema hat übrigens Dirk Engel in seinem Blog Engels Zunge veröffentlicht. Lesenswert.