Studie

„Gebt den Kindern das Kommando…“

Dr. Florian Feltes* stellt in seinem Expertenbeitrag spannende Ergebnisse einer Studie** zum Führungsverhalten der Generation Y vor.

1986 veröffentlichte Herbert Grönemeyer das Lied „Kinder an die Macht“. Nun ist Grönemeyer wahrlich kein Futurist, Zukunftsforscher oder Managementdenker, jedoch hat er mit seinem Lied den Nerv der Zeit, den Nerv der damals geborenen und heute in Führungspositionen angekommenen jungen Erwachsenen getroffen.

Was Grönemeyer leider nicht berücksichtigte, als er forderte „Gebt den Kindern das Kommando“, war, dass diejenigen die das Kommando in den Firmen bisher hatten, gar nicht so gerne loslassen. Bloß kein Macht- oder Statusverlust! Bloß nicht über Jahre gewachsene, hart erkämpfte Strukturen einreißen. Denn die Kinder von damals, die heutige GenY, „sie sind die wahren Anarchisten, lieben das Chaos, räumen ab, kennen keine Rechte, keine Pflichten, noch ungebeugte Kraft, massenhaft, ungestümer Stolz…“. Sie ticken, was Führung von Mitarbeitern betrifft, schon anders, als vorherige Generationen. Daher ist der Ruf nach Veränderung im Unternehmenskontext aktueller denn je.

Mobile Millennials

Grundsätzlich sind jüngere Arbeitnehmer eher zu einem Ortswechsel bereit, um die Karriere in Schwung zu bringen als ältere: Von den 18- bis 34-Jährigen in Deutschland können sich 77 Prozent einen berufsbedingten Umzug vorstellen, weniger als ein Viertel (23 Prozent) lehnt ihn pauschal ab. Von den Babyboomern hingegen ist jeder zweite ein Umzugsmuffel. 

Alles außer süß?

Zucker ist böse. Wahlweise ist das weiße Zeug „das neue Fett!“ (SWR), „der neue Tabak“ (Welt) oder gleich „das neue Heroin“ (n-tv). Besonders in der Kritik ist Zucker nicht in seiner reinen Pulverform, sondern schlau versteckt in Süßigkeiten und gut getarnt in Fertiggerichten. Dies hat sich zum Leidwesen der Hersteller auch in jungen Familien rumgesprochen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. 

Teenager fühlen sich von Politikern nicht vertreten

Das politische Interesse der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland fällt sehr unterschiedlich aus. Jeweils ein Drittel bezeichnet sich stark, als mittelmäßig oder als kaum interessiert. Ob das Thema die Jugendlichen bewegt, ist auch eine Geschlechterfrage: Fast die Hälfte der befragten Jungs, aber nur jedes fünfte Mädchen beschäftigt sich nach eigenen Angaben intensiv und regelmäßig mit Politik. Ob sich dies ändert, wenn die Teenager wahlberechtigt sind, darf bezweifelt werden. 

Deutsche Kids finden Donald Trump blöd …

… und das nicht erst seit der G20-Gipfel die Schlagzeilen bestimmt. Der US-Präsident ist bei sechs- bis 19-Jährigen der unbeliebteste Mensch auf Erden: Jedem sechsten Kind/Teenager fiel spontan der Name Trump ein, als iconkids & youth im Mai nach Leuten fragte, die sie gar nicht mögen beziehungsweise richtig blöd finden. 

Deutschland wird kinderfreundlicher

Fast zwei Drittel der Eltern (62 Prozent) halten Deutschland für ein kinderfreundliches Land, so die JAKO-O-Bildungsstudie, deren vierte Ausgabe heute veröffentlicht wurde. Noch 2010 hielten weniger als die Hälfte der Mütter und Väter Deutschland für kinderfreundlich (48 Prozent). Auch sonst sind Eltern von Schülern zufriedener als noch vor sieben Jahren – mit der Schule generell, mit den Lehrern, vor allem aber mit den Ganztagsschulen, die mittlerweile 47 Prozent der Kinder besuchen.

Azubis im Glück

Neue Azubi-Studie enthüllt: Schüler halten Personaler für hoffnungslos altmodisch und verhalten sich dementsprechend: 44 Prozent schicken ihre Bewerbung um einen Ausbildungsplatz noch brav in Papierform. Dumm gelaufen. Denn gerade mal sieben Prozent der befragten Personaler bevorzugen (noch) eine Bewerbung per Post. Zusammen findet man schließlich trotzdem – wie überwiegend zufriedene Azubis zeigen.