Politik

Politisch pessimistisch

Die niedrige Wahlbeteiligung insbesondere junger Wähler wird gerne kritisiert. Die Vodafone-Stiftung Deutschland liefert in ihrer neuen Studie wohl den Hauptgrund des mangelnden Interesses an Wahlen: Demnach stimmen 58 Prozent der 14- bis 24-Jährigen der Aussage zu: „Es ändert sich nichts, egal wer regiert“. Weniger als ein Drittel der jungen Zielgruppe (29 Prozent) hat das Gefühl, Politik beeinflussen zu können.

Bye bye, Volkspartei

Ginge es nach den jungen Wählern sähe der neue Deutsche Bundestag deutlich anders aus: In den Nachwahlbefragungen der Erstwähler von infratest dimap wäre die insgesamt viertplatzierte FDP sogar stärkste Partei (23 Prozent), dicht gefolgt von den Grünen (22 Prozent). Bei der etwas nach oben erweiterten Zielgruppe, den 18- bis 24-Jährigen (Quelle: Forschungsgruppe Wahlen), liegen FDP und Grüne gleichauf an der Spitze. KanzlerIn der Jungen wären also Annalena Baerbock oder Christian Lindner. Würden die Wahlen von den 18- bis 24-Jährigen entschieden hieße es: bye bye Volkspartei. 

Mehrheit der jungen Menschen will zur Impfung

60 Prozent der 14- bis 29-Jährigen wollen sich impfen lassen, 18 Prozent stehen der Corona-Impfung ablehnend gegenüber. Die größten Belastung durch die Corona-Pandemie für junge Menschen: 53 Prozent geben an, dass sich ihre psychische Gesundheit verschlechtert habe. 48 Prozent haben das Gefühl, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der zweite Sonderauswertung der Studie Junge Deutsche 2021, die heute veröffentlicht wurde.

Viel Verschwörungstheorie bei Brandenburgs Jugend

„Hohe Akzeptanz der Corona-Maßnahmen bei Jugendlichen“, bejubelt das Brandenburgische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) die Ergebnisse der neuen Studie Jugend in Brandenburg 2020 – Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Überschrift der Veröffentlichung. Die schlechten Nachrichten stehen im „Kleingedruckten“: Mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Brandenburg sagen, dass die Politik die Corona-Berichterstattung kontrolliert. Fast jeder fünfte der 12-bis 18-Jährigen meint, dass das Virus nicht existiere. 

Dämpfer für den jugendlichen Optimismus

Von wegen Party: 52 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen halten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für angemessen. 83 Prozent halten sie auch ein. Dies ist ein Ergebnis der heute veröffentlichten Jugendstudie 2020 der TUI Stiftung. Demnach ist noch eine deutliche Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (62 Prozent) optimistisch, was ihre persönliche Situation angeht. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die eine rosige Zukunft für sich sehen, innerhalb eines Jahres um 7 Prozentpunkte gesunken.

Die Jugend fühlt sich nicht ernst genommen

Jugendliche sind ernsthafter und besorgter als die Generation vor ihnen. Das betrifft den Umgang mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie und mehr noch die Bedrohung durch die globale Klimakrise. Der Optimismus der Jugendlichen ist gedämpft – je niedriger der Bildungsgrad, desto ausgeprägter der Pessimismus. Dies sind Ergebnisse der Sinus-Jugendstudie 2020 „Wie ticken Jugendliche?“.

Jugendliche befürchten schlechtere Ausbildungschancen

Berufsausbildung ist nach wie vor hoch attraktiv für Jugendliche in Deutschland. Doch über 60 Prozent finden, dass sich die Ausbildungschancen durch Corona verschlechtert haben und die Hälfte von ihnen ist der Auffassung, dass die Politik wenig bis gar nichts für junge Menschen tut, die einen Ausbildungsplatz suchen.

Corona-Krise trifft deutsche Millennials weniger hart

Die Hälfte der Generation Z und der Millennials in Deutschland sagen, dass die Krise keine Auswirkungen auf ihre Arbeit oder ihr Einkommen hat. International ist dies nur bei rund einem Drittel der 17- bis 37-Jährigen der Fall. Hierzulande bewertet eine Mehrheit der jungen Zielgruppe sowohl die Corona-Maßnahmen der Regierung als auch die des eigenen Arbeitgebers positiv. Dies geht aus dem Deloitte Millennial Survey 2020 hervor, für den im Dezember 2019 international rund 18.000 und im Mai 2020 erneut 9.000 junge Berufstätige befragt wurden, um die Auswirkungen von Covid-19 dokumentieren zu können.

Shell Jugendstudie: 41 % politisch interessiert

„Das seit Beginn des Jahrtausends stark gestiegene Interesse an Politik bleibt stabil. Jugendliche meinen, dass politisches Engagement eine hohe Bedeutung hat.“ So wurden heute in Berlin zwei zentrale Ergebnisse der 18. Shell Jugendstudie vorgestellt. Soweit aber ist es (oder war es zumindest bei Erhebung der Studie im ersten Quartal) mit dem politischen Interesse nicht her: Nur 8 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (12 bis 25 Jahre) bezeichnen sich demnach als politisch stark interessiert, 33 Prozent als interessiert. Anders ausgedrückt: 59 Prozent interessieren sich nicht die Bohne.  

Es wächst zusammen …

… was zusammen gehört. Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall sind zwei Generationen herangewachsen, die das geteilte Deutschland nicht mehr (bewusst) erlebt haben. Davon, dass die Medien – vor allem vor Landtagswahlen – gerne die Unterschiede betonen, lassen sich Teenager in Ost und West kaum irritieren. Die meisten halten sich und ihre Altersgenossen im jeweils anderen Landesteil für gleich/ziemlich ähnlich.