Die sexuelle Orientierung ist Privatsache – aber man wird ja wohl noch mal fragen dürfen! Und genau das hat Dalia Research in neun europäischen Ländern getan. In Deutschland ist der Anteil der LGBTs (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) mit 7,4 Prozent demnach am höchsten. Europaweit zeigt sich gerade bei Jüngeren eine größere Vielfalt der sexuellen Orientierungen. Warum die Ergebnisse auch für Werbungtreibende spannend sind. 

Weil, wenn auch noch vereinzelt, auch große Unternehmen wie Volkswagen oder McDonald´s nicht mehr davor zurückscheuen, schwule oder lesbische Pärchen in ihren Spots zu zeigen. In einem Online-Artikel zum Thema hatte der Stern im letzten Jahr Leser gefragt: „Werbung für Homosexuelle: Wär´s was Besonderes?“ 57 Prozent klickten auf die Antwortvorgabe „Wieso? Es zählt nur, ob Werbung und Produkt gut sind“. 18 Prozent sagten „Vielleicht, kommt auf das Produkt an“, und ein Viertel klickte auf „Das weiß ich erst, wenn es sie gibt“. Ein Statement, mit dem schwule Werbeakteure hätten kritisiert werden können, gab es – ganz im Zeichen der Political Correctness – in der Umfrage gar nicht.

Wenden wir uns deshalb wieder repräsentativeren Ergebnissen zu: 11,2 Prozent der 15- bis 29-Jährigen bezeichnen sich selbst als LGBT, von den 30- bis 49-Jährigen sind es nur etwa halb so viele (5,7 Prozent). Obwohl die Daten im Rahmen einer anonymen Online-Befragung erhoben wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die jungen Befragten nicht nur offener sind, was die sexuelle Orientierung angeht, sondern auch einfach offener darüber Auskunft geben.

Für die Studie von Dalia Research wurden im August 2016 12.000 EU-Bürger onlinebefragt.