Die Tabakkonzerne könnten einem beinahe leidtun – Betonung auf BEINAHE. Während die Cool Kids früher qualmten, was das Zeug hielt, ist der blaue Dunst unter Jugendlichen von heute out. Die Raucherquote bei zwölf- bis 17-Jährigen ist seit 2001 von damals 27,5 Prozent auf gerade noch 7,4 Prozent im Jahr 2016 gesunken. 

Auch bei den 18- bis 25-Jährigen ist die Zahl der Raucher mit 26,1 Prozent im Jahr 2016 deutlich niedriger. Zum Vergleich: 2008 rauchten noch 43,1 Prozent der jungen Erwachsenen.

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), könnte angesichts dieser Zahlen jubeln, konstatiert aber nur nüchtern: „Unsere neuen Daten belegen einen historischen Tiefstand der Zahl rauchender Jugendlicher.“ 80,9 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen haben noch nie in ihrem Leben eine Zigarette anfasst. Dies ist der höchste Wert jugendlicher Nie-Raucher seit der ersten BZgA-Studie zum Rauchverhalten junger Menschen in den 1970er-Jahren. Auch bei den 18- bis 25-Jährigen erreichte die Nie-Raucher-Quote im Jahr 2016 mit 40,4 Prozent einen Höchststand. Heidrun Thaiss ist überzeugt: „Die zunehmende Distanz der Jugend zum Rauchen ist das Ergebnis nachhaltiger Präventionsarbeit.“

Die BZgA-Daten zeigen aber auch, dass insbesondere bei den 18- bis 25-Jährigen ein Anstieg des Konsums von Wasserpfeifen und E-Zigaretten zu verzeichnen ist – wenn auch auf niedrigerem Ausgangsniveau: So haben 18,1 Prozent der 18- bis 25-Jährigen in den vergangenen 30 Tagen Wasserpfeife geraucht. Im Jahr 2008 waren es nur 7,8 Prozent. Aktuell geben zudem 5,5 Prozent der jungen Erwachsenen an, innerhalb der letzten 30 Tage vor der Befragung E-Zigaretten konsumiert zu haben, im Vergleich zu 3,9 Prozent im Jahr 2012.

Für die wissenschaftliche Erhebung der BZgA zum Rauchverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland wurden im Zeitraum von März bis Juni 2016 bundesweit 7.003 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

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