Die deutschen Millennials zeigen im weltweiten Vergleich weniger Lust auf Karriere. Führungsverantwortung übernehmen, bis zum Geschäftsführer aufsteigen, gar ein eigenes Unternehmen besitzen? „Nein danke“ sagen dazu 87 Prozent der 20- bis 34-jährigen Berufstätigen in Deutschland (international 78 Prozent).

Gerade mal sechs Prozent der Berufstätigen aus der Generation Y in Deutschland haben es sich zum obersten Karriereziel gesetzt, eines Tages eine eigene Firma zu besitzen – halb so viele wie im internationalen Vergleich. Für vier Prozent der deutschen Befragten wäre es die Krönung ihrer beruflichen Laufbahn, bis zur Spitze eines Unternehmens aufzusteigen (international: sechs Prozent). Führungs- oder Personalverantwortung unterhalb des Top-Managements wollen in Deutschland drei Prozent übernehmen; im Durchschnitt aller 25 untersuchten Ländersind es vier Prozent.

Insgesamt streben damit nur 13 Prozent der berufstätigen Millennials hierzulande eine Führungsrolle an. Lediglich in Norwegen (acht Prozent) und Japan (zehn Prozent) liegt diese Quote noch niedriger. In Mexiko hingegen arbeiten 41 Prozent der Millennials auf eine Führungsposition hin. In Frankreich sind es immerhin 29 Prozent. Bemerkenswert: In Frankreich ist die Bereitschaft zur Übernahme von Führungsverantwortung bei jungen Frauen und Männern fast gleich hoch. In Deutschland reizt das Thema Führung dagegen knapp 16 Prozent der männlichen, aber weniger als zehn Prozent der weiblichen Befragten.

Die Manpower-Studie Millennials im Karrieremarathon zeigt: Für die Generation Y spielt die Aussicht auf Führungsverantwortung eine untergeordnete Rolle im Berufsleben. „Das wird sich mittelfristig zu einem großen Problem für die Wirtschaft entwickeln“, befürchtet Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Für die 25-Länder-Studie wurden zwischen Februar und April 19.000 berufstätige Millennials (darunter 8.000 Mitarbeiter der ManpowerGroup) sowie mehr als 1.500 Personalexperten befragt. Eine erste Auswertung hatte sich im Juni damit beschäftigt, wie optimistisch Millennials ihre berufliche Zukunft einschätzen und wie viel sie arbeiten (wir berichteten).