60 Prozent der 16- bis 29-Jährigen meinen, dass eine Planung des eigenen Lebens angesichts der allgemein herrschenden Unsicherheit völlig sinnlos sei. Und zwei Drittel der 55- bis 65-Jährigen stimmen ihnen zu: Auch sie halten eine Lebensplanung der jungen Generationen für obsolet, so eine Generationenvergleich-Studie aus Österreich. 

Aus Sicht der 16- bis 29-jährigen Österreicher bräuchte es einen bunten Maßnahmen-Mix, um die Zukunft ihrer Generation zu sichern. Die wichtigsten Punkte wären:

Bessere Jobchancen: 88 Prozent fordern mehr Arbeitsplätze für junge Menschen ohne akademische Ausbildung, 80 Prozent auch für junge Akademikerinnen und Akademiker.

Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat für 83 Prozent der jungen Zielgruppe hohe Priorität.

Eine Rentenreform (von 75 Prozent genannt)

Der Abbau der Staatsschulden (70 Prozent der Nennungen)

Die 55- bis 65-Jährigen setzen hingegen ganz andere Prioritäten, wenn es um die Zukunftssicherung der jungen Generation geht. Zwar nennen auch sie das Thema Arbeitsplätze zuerst (73 Prozent). Auf Platz zwei ihrer Maßnahmenliste aber stehen Steuersenkungen (von 63 Prozent genannt), gefolgt von der Forderung Reiche höher zu besteuern (58 Prozent). Damit umschiffen die Älteren elegant das Thema des sogenannten Generationenvertrags (Stichwort Rente).

Die Generationenvergleich-Studie Post-68er vs. neo-soziale Zeitgeistsurfer ist ein Projekt des vom Institut für Jugendkulturforschung im Sommer 2016 ins Leben gerufenen generationlab. Befragt wurden dafür 300 Österreicher zwischen 55 bis 65 Jahren (Befragungszeitraum: September/Oktober 2016) sowie 1.000 Österreicher im Alter zwischen 16 bis 29 Jahren (September/Oktober 2015). Die Studie ist kostenpflichtig. Unter dem Titel Normal ist das neue Cool hat der Deutschlandfunk ein Interview mit Studienleiterin Beate Großegger veröffentlicht.