Die Ergebnisse einer der ersten großen Snapchatter-Befragung in Deutschland liegen vor: Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) folgt bis zu zehn Prominenten auf Snapchat, 22 Prozent sogar bis zu 20 Promis. Lieblingspromi ist die US-Amerikanerin Kylie Jenner, gefolgt vom deutschen Model Stefanie Gieriger. Auch für Unternehmen bietet die Studie Wie snappt Deutschland spannende Informationen.

Bislang haben es Unternehmen schwer, mit eigenen Snapchat-Kanälen Follower zu finden. So gaben 81,8 Prozent der Befragten an, keinem einzigen Snapchat-Account eines Unternehmen zu folgen. Dabei fänden sie deren Inhalte nicht unspannend.

Welche Rubriken/Inhalte findest Du für Snapchat-Stories von Marken/Unternehmen besonders interessant?

So entsteht ein Produkt: 67,7 %

Making of: Werbekampagne – 57,5 %

Tipps für den Alltag – 52,3 %

Mitarbeiter – 51,0 %

Produktneuheiten – 42,9 %

Events – 34,1 %

Zusatzinfos zu Produkten – 27,9 %

Gewinnspiele – 25,6 %

Mit einer hohen Postingfrequenz hätten die Studienteilnehmer überhaupt kein Problem. 52,8 Prozent der Befragten würden von einem Unternehmen erwarten, dass es mindestens täglich neue Inhalte auf Snapchat veröffentlicht. Wer sich dafür entscheidet, einem Unternehmen auf Snapchat zu folgen, möchte offenbar auch regelmäßig Neues zu sehen bekommen.

Und wie kommt Werbung auf Snapchat an? Rund 85 Prozent der befragten Nutzer empfinden gesponserte Lenses und 86 Prozent gesponserte Geofilter nicht als störend. Snap Ads dagegen werden von drei Viertel der Befragten als „störend“ bewertet.

Dass lange Inhalte von vielen Nutzern als unattraktiv empfunden werden, hatten wir geahnt. Jetzt gibt´s dazu endlich eindeutige Zahlen: Knapp die Hälfte der Befragten (49, 3 Prozent) steigt bei Snapchat-Storys bereits spätestens nach einer Minute aus. 27,1 Prozent haben eine Toleranzgrenze von immerhin bis zu zwei Minuten.

„Will man erfolgreich Geschichten auf Snapchat erzählen, so sollte man Folgendes beachten: Kurz und knackig muss es sein, gerne vertont zum Beispiel in Videos, denn die deutliche Mehrheit der Nutzer (80,9 Prozent) hat den Ton bei der App-Nutzung angeschaltet“, so Prof. Dr. Claudia Gerhards vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Düsseldorf. „Auch querformatige Inhalte werden von der Mehrheit akzeptiert. Das ist umso erstaunlicher, als Snapchat eigentlich für die Rezeption von vertikalen Videos konzipiert worden ist.“

Claudia Gerhards hat im Wintersemester 2016/2017 mit Studierenden die wohl erste so umfassende Snapchatter-Befragung Wie snappt Deutschland? durchgeführt. Kooperationspartner war die Kölner Digitalagentur whylder. Insgesamt wurden 2.165 Menschen befragt, von denen 1.610 Snapchat innerhalb der letzten vier Wochen genutzt haben. Interviewt wurden überwiegend Studenten und Schüler, die die Kernzielgruppe von Snapchat bilden.

Für Methoden-Interessierte: Die spannenden Ergebnisse sind nicht repräsentativ, da die Grundgesamtheit der Snapchat-Nutzer dafür noch zu gering ist. Deshalb wurde das Stichprobenverfahren der Schneeballauswahl angewandt. Ziel war es, eine möglichst große Anzahl von aktiven Snapchattern zu generieren, die in den letzten vier Wochen Snapchat genutzt haben. Der Link zum Online-Fragebogen wurde an ausgewählte „Knoten“ (= Personen der gesuchten Gruppe, die Multiplikatoren sind) geschickt, die diese wiederum über ihre Netzwerke verbreiteten. Um Verzerrungen zu minimieren, wurde auf eine möglichst breite Streuung über die Knoten geachtet. Multiplikatoren, die den Fragebogen initial verbreiteten, waren u.a. der Social Influencer Oguz Yilmaz (YouTube‐Pionier, Ex‐Y‐Titty), 21 Snapchat‐Gruppen auf Facebook, 18 studentische Facebook‐Gruppen und 200 Schüler.

 

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