Die Hälfte der Deutschen interessiert sich für Virtual Reality-Erlebnisse beim Einkaufen. Im Altersvergleich zeigen sich die Millennials am aufgeschlossensten: 56 Prozent der 18- bis 35-Jährigen interessieren sich zum Beispiel für virtuelle Anproben, jeder Zehnte hat sie schon ausprobiert. Während eine aktuelle Ipsos-Studie diese Basisdaten liefert, zeigt der neue eBay-Trendreport anhand aktueller internationaler Beispiele, wie Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz und das Internet of Things bereits heute den Handel aufmischen. 

Für das Shoppen mit einer VR-Brille interessieren sich vor allem die Konsumenten in Frankreich, ergab die Drei-Länder-Studie von Ipsos: 36 Prozent der französischen Millennials möchten mithilfe einer solchen Brille bummeln gehen (Deutschland 29 Prozent, Großbritannien 33 Prozent). Doch obwohl das Interesse unserer Nachbarn so groß ist, haben erst zwei Prozent der befragten Millennials dort ihre Begeisterung für die „virtuelle Realität“ in die Praxis umsetzen können. In Deutschland und Großbritannien haben immerhin schon jeweils vier Prozent der 18- bis 35-Jährigen das Einkaufen mit der Brille ausprobiert.

Das Interesse wäre also durchaus vorhanden – aber wie sieht die Realität der virtuellen Realität im Handel aus? Und wie die Zukunft? Das zeigt der neue eBay-Trendreport, den der Online-Marktplatz gemeinsam mit den Trendforschern von Trendone gestern veröffentlicht hat. Er enthält 30 Anwendungen – vom Virtual Reality-Kaufhaus mit 12.000 Produkten über intelligente Einkaufstaschen, mit denen man automatisch bezahlen kann, bis zur Mixed Reality-Brille „HoloLens“, die bei Volvo anlässlich von Autokonfigurationen die echte Umgebung mit der virtuellen verschmelzen lässt. Hier einige Beispiele:

Virtual & Augmented Reality

Die chinesische Onlineplattform Zanadu, die Luxusreisen anbietet, ermöglicht es ihren Besuchern mithilfe einer Virtual-Reality-App, exklusive Reiseziele vorab zu erleben und so besser entscheiden zu können, wohin der nächste Trip führen soll. Das eBay-Tochterunternehmen StubHub, ein Online-Marktplatz für Tickets, hat in Kanada eine Virtual Reality-App gelauncht, die den Nutzern vorab einen realistischen Eindruck von den einzelnen Sitzplätzen vermitteln soll. Derzeit können rund 40 verschiedene Event-Locations auf diese Weise erkundet werden.

Auch eBay selbst hat in den Bereich VR-Technologie investiert: Der Online-Markplatz testet in Australien gemeinsam mit der Warenhauskette Myer ein virtuelles Kaufhaus. Die dazugehörige App und ein VR-Headset gestatten es Kunden aus 12.500 Produkten zu wählen. Dank integrierter „Sight Search“-Technologie können Nutzer ein Produkt mit den Augen fixieren, es bewegen und in den Warenkorb legen. Das Sortiment kann somit bei darauffolgenden Besuchen individuell angepasst werden.

Artificial Intelligence

Die US-Warenhauskette Macy’s führt ihre Kunden mit Hilfe künstlicher Intelligenz durch ihre Geschäfte. Der Nutzer öffnet dafür im Browser seines Smartphones die zu diesem Zweck eingerichtete Seite mit dem System „Macy’s On Call“. Die Test-Plattform basiert auf IBMs Supercomputer Watson und ist in der Lage, die in natürlicher Sprache gestellten Fragen zu beantworten. So erkundigt sich der Kunde etwa nach bestimmten Artikeln oder Marken, und „Macy’s On Call“ liefert Navigationsangaben, die ihn zu den gewünschten Produkten führen.

Das US-amerikanische Start-up Legion Analytics hat den Bot „Kylie“ entwickelt, der auf Grundlage künstlicher Intelligenz Verkäufer oder Handelsvertreter bei ihrer Arbeit unterstützen soll. Den Entwicklern zufolge identifiziert Kylie wichtige Passagen in Texten, die den Vertrieb betreffen. So könnte der Bot im E-Mail-Verkehr den weniger relevanten Teil übernehmen und erst dann den Verkäufer informieren, wenn die Konversation sich in Richtung Abschluss bewegt. Kylie soll schon Small Talk beherrschen und sogar mit den Kunden flirten können.

Internet of Things

Schwedens größte Supermarktkette ICA testet in Zusammenarbeit mit dem Smart Home Start-up Glue und PostNord einen neuartigen Lieferservice: Dabei werden Online-Bestellungen nicht bis vor die Haustür, sondern direkt in den Kühlschrank geliefert. Mittels eines digitalen Schlüssels, den der Nutzer per Glue-App erstellt, kann der Lieferant von PostNord in einem vorher festgelegten Zeitfenster das intelligente Schloss von Glue entriegeln.

Das US-Start-up Twyst hat die Einkaufstasche „Smart Bag“ entwickelt, die am Ladenausgang den automatischen Check-out ermöglicht. Die intelligente Einkaufstasche besteht aus einer Außen- und einer Innentasche. Dank Bluetooth Low Energy erkennt die Tasche Produkte, die mit einem RFID-Aufkleber versehen sind. Wird die Innentasche herausgenommen, sendet sie ein Signal an die App und der Bezahlvorgang wird automatisch abgeschlossen. Den Kundenbeleg gibt’s dann per E-Mail.

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