Vorsprung durch Marktforschung: Automobilhersteller Audi hat fast 5.000 junge Arbeitnehmer der Generation Z (ab 1995 geboren) und der Generation Y (1980 bis 1994) befragt, um deren berufliche Wünsche und Ziele besser verstehen. Wichtigste Ergebnisse: Die Generation Z zeigt sich loyal, flexibel und karriereorientiert – und unterscheidet sich damit gar nicht so sehr von ihrer Vorgänger-Generation. Die Studie hat nur einen kleinen Schönheitsfehler ..

… die Ergebnisse sind zwar spannend, aber nicht so allgemeingültig, wie sie in der Pressemitteilung  dargestellt werden: Denn Audi griff bei der Befragung überwiegend auf eigene Mitarbeiter, Auszubildende, Bacheloranden, Masteranden sowie dual Studierende und Praktikanten zurück.

Nach diesem Warnhinweis hier ausgewählte Ergebnisse: Beim Thema Work-Life-Balance zeigen sich nur minimale Unterschiede zwischen der Generation Y und der Generation Z. Beide Altersgruppen wünschen sich grundsätzlich eine Trennung von Beruf und Privatleben, jedoch soll sich beides flexibel der jeweiligen Lebenssituation anpassen (GenY: 65 Prozent; GenZ: 64 Prozent). Eine strikte Trennung wünschen sich nur ein Viertel der Generation Z und rund ein Sechstel der Generation Y. Auch bei der Frage nach den Karrierezielen zeigen sich nur wenige Unterschiede zwischen den Generationen: Jeweils rund ein Drittel wünscht sich eine Führungskarriere, 40 Prozent wollen auch ihre berufliche Entwicklung von ihrer jeweiligen Lebenssituation abhängig machen.

Nicht bestätigt werde in der Studie, so schreibt Audi,  „dass sich die jüngste Arbeitnehmergeneration nicht mehr an einen einzelnen Arbeitgeber binden will“. 48 Prozent der Befragten aus der Generation Z würden gerne ihr ganzes Arbeitsleben bei einem Arbeitgeber verbringen, unabhängig von der Aufgabe. Damit zeigt sich diese Generation sogar noch loyaler als die Generation Y mit 37 Prozent, so heißt es weiter. Diese Zahlen dürften indes vor allem für Audi gelten. Berufsanfänger und Azubis in anderen Unternehmen dürften weniger treu sein als junge Audianer, die es schließlich geschafft haben, einen Vertrag mit dem drittbeliebtesten Arbeitgeber Deutschlands zu ergattern (Focus-Studie: Deutschlands beste Arbeitgeber 2017).

Die Erkenntnisse der Befragung sollen in die neue Audi‑Personalstrategie einfließen. An vielen Punkten fühlt sich der Autohersteller schon jetzt durch die Ergebnisse bestätigt: So haben die Mitarbeiter seit 2016 die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, wenn es mit ihren Aufgaben vereinbar ist. Neben klassischen Führungskarrieren gibt es bei Audi Fachlaufbahnen, und mit einer Übernahmegarantie für Azubis punktet das Unternehmen auch bei der Jobsicherheit.

Weitere Informationen bieten ein Interview mit Personalvorstand Thomas Sigi auf dem Audi Blog sowie die Pressemitteilung zu Studie.

 

 

Die Generation Z ist bei Audi schon im Arbeitsleben angekommen: Mechatroniker-Azubis erlernen den Umgang mit komplexen Produktionsanlagen. Copyright: AUDI AG