Liebe Leser­_innen! An die Schreibweise dieser Anrede werden Sie sich gewöhnen müssen. Denn nur mithilfe des „_“, also des Unterstrichs, kann man heutzutage politisch korrekt über seinen Gender Gap springen. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Und ich habe natürlich eine Studie, die das belegt.

Die Erkenntnis, liebe Leser_innen, dass der Unterstrich unterstrichen werden müsste (wenn man ihn denn unterstreichen könnte), verdanken wir der DGB-Studie Ausbildungsreport Hamburg 2016. Ich zitiere – und da müssen Sie jetzt durch: In dieser Studie trennen wir im Text die maskulinen und femininen Endungen eines Wortes durch einen Unterstrich – zum Beispiel »Mechaniker_in«. Durch den Unterstrich entsteht ein Zwischenraum zwischen den männlichen und weiblichen Endungen. Dieser sogenannte »Gender Gap« (Gender = das soziale Geschlecht, Gap = Lücke) ist ein Mittel der sprachlichen Darstellung, um Menschen in der Sprache einen Raum zu lassen, die nicht in die klassischen Geschlechterrollen von Männern und Frauen passen – zum Beispiel Intersexuelle, Transsexuelle oder Crossdresser_innen. Auf diese Weise soll niemand – unabhängig vom (sozialen) Geschlecht oder der eigenen Identität – sprachlich ausgeschlossen werden.“ Zitat Ende.

Für die Studie wurden übrigens 3400 Auszubildende befragt. Erstaunlicherweise waren 52,5 Prozent von ihnen männlichen, 47,5 Prozent weiblichen Geschlechts. Der Anteil der Befragten, „die nicht in die klassischen Geschlechterrollen von Männern und Frauen passen“, lag bei exakt 0,0 Prozent.

Liebe DGB-Forscher_innen! Wenn Ihr das nächste Mal so viel sprachliche Political Correctness heraushängen lasst, dann erweitert doch bitte vorher Euren Fragebogen. Denn da gab´s bei der Geschlechterfrage – und das will ich an dieser Stelle unterstreichen – genau zwei Kästchen zum Ankreuzen: eines für „weiblich“, eines für „männlich“.

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