Von wegen Land der unbegrenzten automobilen Möglichkeiten. In den USA machen immer weniger Teenager und junge Erwachsene den Führerschein. Das Ritual, sich am 16. Geburtstag vor der Party ins Auto zu setzen und mindestens einmal mit der jetzt gültigen Driver´s License um den Bock zu fahren, wird zur Ausnahme: Machten 1983 noch 46 Prozent der 16-Jährigen den Führerschein, fiel ihr Anteil bis 2014 auf für die Autoindustrie erschreckende 26 Prozent.

Doch der Führerschein wird nicht nur später – er wird immer öfter gar nicht gemacht, so eine soeben erschienene Studie der University of Michigan. Der Führerscheinbesitz steigt in den USA nur noch bei den über 60-Jährigen. In allen jungen Zielgruppen sinken die Zahlen kontinuierlich und deutlich: Hatten 1983 beispielsweise noch über 91,8 Prozent der 20- bis 24-Jährigen die Driver´s License in der Tasche, sank deren Anteil bis 2014 auf 76,6 Prozent. Tendenz auch aktuell weiter fallend.

Bereits 2013 hatte die University of Michigan in einer Studie mit Führerscheinlosen zwischen 18 und 39 Jahren nach den Gründen gefragt: Rund Drittel gab damals an, zu wenig Zeit gehabt zu haben, den Führerschein zu machen. Knapp ein Drittel gab zu, dass ihnen ein Auto schlicht zu teuer sei. 31 Prozent verwiesen auf genügend Mitfahrgelegenheiten, 22 Prozent darauf, lieber zu radeln oder zu laufen. Aber gerade mal 17 Prozent gaben an, den öffentlichen Nahverkehr zu bevorzugen (was wohl kaum jemanden verwundert, der mal in Amerika unterwegs war).

Auch wenn die Gründe für die zunehmende Führerscheinabstinenz in Deutschland wohl anders liegen: Hierzulande ist die Zahl der 17- bis 24-jährigen Führerschein-Neulinge ebenfalls deutlich gesunken: Absolvierten 2005 noch 931.000 erfolgreich die Prüfung, waren es 2012 fast ein Fünftel weniger (745.000). An der Durchfallquote lag´s nicht: In den Jahren zuvor vermasselten mit schöner Regelmäßigkeit etwa 29 Prozent die theoretische Prüfung, 26 Prozent die praktische.

 

 

 

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