Eltern brauchen Social Media-Nachhilfe

YouTube, Instagram, Snapchat und TikTok – das sind die Gewinner unter den Social-Media-Apps bei 10- bis 14-Jährigen. Vor allem Snapchat und TikTok sind zum Teil „Eltern-freie“ Zonen. Nur rund ein Drittel der Eltern von unter 14-jährigen Kindern kennen die Kurzvideo-App TikTok, zwei Drittel Snapchat. Facebook schneidet mit 94 Prozent bei Eltern am besten ab, hat für Kinder aber kaum Bedeutung:  Nur 16 Prozent der Kids nutzen Facebook.

Die Kinder nutzen Social Media-Apps vor allem für die Interaktion mit Freunden (65 Prozent). Daneben sind für die 10- bis 14-Jährigen die Inhalte von Influencern (27 Prozent), Prominenten (21 Prozent) und Marken (13 Prozent) relevant. Ausschlaggebend dafür, ob sich Kinder für etwas oder jemanden interessieren, ist das Identifikationspotenzial: Etwa die Hälfte der befragten Kinder gibt an, dass sie mit Personen Kontakt haben, die so denken und fühlen wie sie. Ein Viertel ist auch bereit, als Gegenleistung für die Informationen aus den Sozialen Medien selbst etwas von sich preiszugeben. Diese gute Nachrichten für das Influencer-Marketing entstammen der aktuelle Studie Kinder, Eltern und Social Media 2019 von KB&B, einer Hamburger Spezialagentur für Kinder- und Familienmarketing. Zur Social Media-Nutzung befragt wurden dafür im August 2019 425 Kinder bis 14 Jahre und 796 Eltern.

„Die Tatsache, dass die Kinder TikTok aktiv nutzen, hat zur Folge, dass sie die Risiken deutlich besser einschätzen können, als ihre Eltern“, so Rolf Kosakowski, Gründer und Geschäftsführer von KB&B. So drehen sich die Sorgen der Eltern insbesondere um das Thema Geld: 28 Prozent der befragten Eltern haben Bedenken, dass ihre Kinder ungewollte In-App-Käufe tätigen könnten. Unangebrachte Posts, insbesondere von Menschen, die dem Alter des Kindes nicht entsprechen, sind zumeist kein Grund zur Sorge – weniger als zehn Prozent der befragten Eltern sehen das kritisch. Dieser möglichen Gefahr sind sich laut der KB&B-Studie die Kinder viel bewusster. Ein Drittel der 10- bis 14-Jährigen fühlt sich unsicher in Bezug auf Posts von Unbekannten oder unangebrachten Kommentaren oder Nachrichten. Die Altersfreigabe Bei Instagram, Facebook, Snapchat und Twitter reicht es dagegen, 13 Jahre alt zu sein.

Hier bietet TikTok Kindern (und Eltern) Unterstützung. Die Plattform für Kurzvideos hat im Oktober in Zusammenarbeit mit populären Influencern wie @chanydakota (1,3 Millionen Follower) eine Videoreihe mit Sicherheitstipps veröffentlicht. TikTok will mit der Video-Reihe und anderen Aktivitäten den souveränen Umgang der Nutzer mit digitalen Medien sicherstellen. Die Videos machen in Kurzgeschichten auf die Sicherheitseinstellungen von TikTok aufmerksam und illustrieren, wie Nutzer diese individuell konfigurieren können. @chanydakota zeigt, wie Nutzer unangemessene Inhalte und Hassrede melden, andere Nutzer blockieren oder den Kommentarfilter aktivieren können. Die Videoreihe ist ab sofort auf dem TikTok-Profil @tiktoktips verfügbar.

Dieser möglichen Gefahr sind sich die Kinder aber bewusst. Im Gegensatz zu ihren Eltern nutzen sie die App, kennen die Mechanismen und möglichen Fallstricke. Gut jede*r Dritte der 10- bis 14-Jährigen fühlt sich unsicher: In Bezug auf Posts von Unbekannten, unangebrachten Kommentaren bzw. Nachrichten und mit Blick darauf, dass Beiträge ohne Einwilligung der Eigentümer weitergeleitet werden können.