Äpfel und Birnen im Vergleich

Aus unserer losen Serie „Studien, die die Welt nicht braucht“: Hausgeräte-Hersteller Beko ließ 13.500 Kinder in 18 Ländern befragen, um herauszufinden, dass die sich mehr für Fußball interessieren als für gesundes Essen. Echt jetzt? Echt jetzt!

Beko, die nach eigenen Angaben führende Hausgerätemarke in Europa, veröffentlichte gestern in Istanbul die Ergebnisse einer globalen (!) Umfrage, die eine Lücke zwischen dem Wissen von 6- bis 10-Jährigen über gesunde Ernährung und ihrem Wissen und Interesse am Fußball aufzeigt. Hört, hört:

Demnach konnten 70,2 Prozent der Kinder die Anzahl der Spieler in einer Profi-Fußballmannschaft richtig nennen, aber nur ein Fünftel kannte die Anzahl der empfohlenen Portionen Obst oder Gemüse, die sie jeden Tag essen sollten. Wenn das nicht der wahrgewordene Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ist.

Dabei dient die Studie, die Beko mit Unterstützung honoriger Partner durchführen ließ – UNICEF, der Barça Foundation und dem FC Barcelona – sogar einem guten Zweck. Im Rahmen der Initiative www.eatlikeaprobybeko.com sollen Fußballprofis die Kids überzeugen, sich gesünder zu ernähren.

Auch wenn sie die Anzahl der Obst- und Gemüseportionen pro Tag nicht angeben konnten …  Auf die Frage, warum sie gesunde Lebensmittel äßen, antworteten laut Beko mehr als zwei Drittel aller Kinder aus 18 Ländern, dass sie dies täten, weil sie verstünden, dass es gut für sie sei. Brav!

Und weil´s so schön ist, jetzt noch ein Zitat aus der Pressemitteilung von Beko: „Obwohl 7 von 105 Kindern zugaben, dass sie lieber einen neuen Fußballtrick erlernen würden, als etwas über gesunde Ernährung zu lernen, ist Beko entschlossen, einen positiven Wandel herbeizuführen und Kinder zu ermutigen, sich mit den Fußballhelden des FC Barcelona zu diesem Thema zu befassen“.

7 von 105? Das muss man erst mal sacken lassen … Schade, um die eigentlich lobenswerte Initiative, in deren Rahmen Spieler des FC Barcelona gesunde Lieblingsrezepte teilen wollen, um Kinder auf der ganzen Welt zu besserer Ernährung zu inspirieren.

Die gute Nachricht: Beko veröffentlicht die „Umfrage“ zusammen mit einem Video mit FC Barcelona-Spieler Gerard Piqué, Botschafter von „Eat Like A Pro“. Darin überrascht Piqué eine Gruppe von Schulkindern, um über seine, natürlich gesunden, Essgewohnheiten zu sprechen. Und – so unglaubwürdig es auch sein mag, es ist wahr! – nachdem die Autorin dieser Zeilen das YouTube-Video angesehen hatte, folgte ein Werbespot von McDonalds. Echt jetzt? Echt jetzt!

Zitate der Verantwortlichen, die weitgehend auf Äpfel-Birnen-Vergleiche verzichten – Zeynep Yalim Uzun (Chief Marketing Officer bei Beko), Roland Kupka (Senior Advisor für Ernährung bei UNICEF global) und FC Barcelona-Spieler Gerard Piqué gibt es hier in der Beko-Pressemitteilung.

Noch eine Zahl aus der Studie: 80,1 Prozent der Kinder haben angegeben, dass sie sich mehr für gesunde Ernährung interessieren würden, wenn sie wüssten, dass ihren Helden eine solche Ernährung wichtig sei. Bleibt zu hoffen, dass die Studie an diesem Punkt recht behält: Dann stünde dem Erfolg der Initiative „Eat like a Pro“ von Beko und FC Barcelona nichts mehr im Wege. Wenn nicht, gilt die Fußballerweisheit: „Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser,“ (Franz Beckenbauer).

Mit der Initiative „Eat Like a Pro“ möchten die internationale Hausgerätemarke Beko und der FC Barcelona die gesunde Ernährung von Kindern fördern. ©Beko.