Nur acht Prozent der Bundesbürger verzichten ganz und gar auf Kaffee. Es gibt für die Bohnen-Branche allerdings auch weniger gute Nachrichten: Während 76 Prozent aller Befragten täglich zur Kaffeetasse greifen, tun dies von den 18- bis 35-Jährigen nur noch 56 Prozent. Wann und wo wird Kaffee getrunken? Mit Milch und/oder Zucker? Mit welchem Verfahren gebrüht? Cappuccino, Latte oder Filterkaffee? Alles eine Frage des Alters, sagt jedenfalls die Aral-Markforschung.

Warum sich der Zapfsäulen-Konzern in der Studie Trends beim Kaffee-Genuss 2017 mit der Frage beschäftigt, wie Deutschland Kaffee tankt? Ganz einfach: An seinen 2.450 Tankstellen verkauft Aral pro Tag 85.000 Becher des Heißgetränks und ist damit nach eigenen Angaben Deutschlands größter Coffe to go-Anbieter.

Der Kaffee unterwegs setzt sich bei den 18- bis 35-Jährigen immer stärker durch: Gaben vor zwei Jahren nur 18 Prozent der Millennials an, häufig einen Coffee to go zu trinken, ist es aktuell fast jeder Dritte (31 Prozent).

Während der Anteil der gelegentlichen Coffee to go-Konsumenten über alle Altersgruppen hinweg bei fast konstant 55 Prozent liegt, lässt der häufige Unterwegsgenuss mit zunehmendem Alter nach. 31 Prozent Heavy-Usern bei den jungen Erwachsenen (18 bis 35) stehen 22 Prozent bei den 36- bis 45-Jährigen gegenüber. Und in der Zielgruppe 46 plus zählen gerade noch sieben Prozent zu den häufigen Coffee to go-Trinkern.

Auch die häusliche Zubereitungsart des Kaffees ist eine Altersfrage. Bei den 18- bis 35-jährigen Deutschen liegt die klassische Kaffeemaschine mit einem Anteil von 24 Prozent nur noch knapp vor Vollautomaten (22 Prozent) und Pad-Maschinen (21 Prozent). Kein Wunder, dass die Filterkaffee-Maschine insgesamt Marktanteile verliert: Bei der Erstauflage der Studie Trends beim Kaffee-Genuss im Jahr 2011 war die klassische Filterkaffeemaschine über alle Altersgruppen hinweg noch mit großem Vorsprung die Nummer eins. Der schrumpfte seitdem um neun Prozentpunkte auf 31 Prozent. Dennoch behauptet sich die klassische Kaffeemaschine auf dem ersten Platz, gefolgt vom Vollautomaten (23 Prozent), der Pad-Maschine (19 Prozent) und den Kapsel-Maschinen (zwölf Prozent).

Junge Deutsche trinken nicht nur weniger Kaffee als ältere, sie scheinen auch nicht ganz so süchtig nach Koffein zu sein. Während eine satte Mehrheit der deutschen Durchschnitts-Kaffeetrinker (63 Prozent) binnen einer Stunde nach dem Aufstehen zur ersten Tasse greift, können junge Erwachsene morgens auch mal auf den Koffein-Kick verzichten. Weniger als die Hälfte der 18- bis 35-Jährigen (43 Prozent) braucht ihren Kaffee so früh zum Wachwerden.

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