Während der Durchschnittsdeutsche (ab 14 Jahren) nur zweieinhalb Stunden täglich online verbringt, sind es bei den 14- bis 29-Jährigen mehr als viereinhalb Stunden. So ein erstes Kernergebnis der ARD-/ZDF-Online-Studie, die heute veröffentlicht wurde. Die mobile Internetnutzung der jungen Zielgruppen legt kaum noch zu, die Älteren sind hier auf Aufholjagd.

Lag die tägliche Unterwegsnutzung des Internets 2015 noch bei 18 Prozent, so ist sie 2017 bei 30 Prozent (was auch gegenüber dem Vorjahr noch einmal zwei Prozentpunkte plus bedeutet). Der Zuwachs geht vor allem von Männern (+ 3 %-Punkte auf 36 %) und den 30- bis 49-Jährigen (+5 %-Punkte auf 41 %) aus – auch die mobile Nutzung der 50- bis 69-Jährigen ist um zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent angewachsen. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind stabile 63 Prozent tägliche mobile Internetnutzung zu verzeichnen.

Die meisten Anwendungen, wie Videoportale, allen voran YouTube, Mediatheken der Fernsehsender oder Facebook, können ihre Bedeutung gegenüber dem Vorjahr nicht weiter steigern. Trotzdem werden Fernsehsendungen im Netz beliebter, und die Reichweite der kostenpflichtigen Video-Streamingdienste steigt deutlich an. Bei 14- bis 29-Jährigen sind bei amerikanischen oder internationalen Filmen und Serien leichte Verschiebungen hin zu Streamingdiensten wie Amazon Prime und Netflix festzustellen, die vor allem mit den privaten TV-Anbietern im Bereich Fiktion konkurrieren. Im Vergleich zum klassischen Fernsehen spielen jedoch die Streamingdienste in der Gesamtbevölkerung eine geringe Rolle.

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 wurde erstmals im Rahmen der „Studienreihe Medien und ihr Publikum (MiP)“ realisiert. Befragt wurden 2.017 deutschsprechenden Personen ab 14 Jahren.  Die Feldarbeit wurde vom Institut GfK MCR durchgeführt und dauerte von Ende Januar bis Mitte April 2017. Eine ausführliche Analyse der Daten ist in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift „Media Perspektiven“ (Heft 9/2017) dokumentiert und unter www.ard- zdf-onlinestudie.de abrufbar.