Lesenlernen ist kein Kinderspiel

Vier von fünf Kindern, denen vorgelesen wurde, fällt das Lesenlernen leicht. Schon 15 Minuten Vorlesen am Tag genügen, um Kindern später das Lesenlernen zu erleichtern. Dies ist ein Ergebnis der Vorlesestudie 2018. WEITERVORLESEN … Pardon: 

78 Prozent der Kinder mit Vorleseerfahrung, aber nur 50 Prozent der Kinder ohne Vorleseerfahrung fällt das Lesenlernen leicht – sagen deren Eltern. Fragt man die Kinder selbst, ist sogar mehr als die Hälfte der Grundschüler mit wenig Vorleseerfahrung frustriert, weil das Lesenlernen ihnen zu lange dauert (52 Prozent), gegenüber nur 28 Prozent derjenigen, denen regelmäßig vorgelesen wurde.

Vorlesen hilft nicht nur bei Lesenlernen …

… sondern verschafft den Kindern grundsätzlich bessere Voraussetzungen für ihre Schullaufbahn: Von den Kindern, denen täglich vorgelesen wurde, gehen 77 Prozent gern zur Schule (Vorlesen mehrmals wöchentlich: 65 Prozent). Von den Kindern, denen nicht vorgelesen wurde, haben nur 36 Prozent Freude am Unterricht.

Auf die Frage, was ihnen in der Schule Spaß macht, nennen 57 Prozent der Kinder das Lesen. Öfter genannt werden praktische Inhalte wie Natur/Umwelt (77 Prozent) und Forschen/Experimentieren (67 Prozent) oder Malen/Basteln und Sport/Bewegung (jeweils 61 Prozent). „Lesenlernen ist kein Kinderspiel“, sagt Antje Neubauer, die das Fachkuratorium Bildung der Deutsche Bahn Stiftung leitet. „Vorlesen schafft die besten Voraussetzungen, damit Kinder dieser Aufgabe in der Grundschule gewachsen sind.“

„Leser wird man durchs Lesen“, betont Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der Zeit Verlagsgruppe: „Jedes Kind muss an seiner Schule Angebote zum Lesen finden, auch außerhalb des Unterrichts. Denn neben der Lesekompetenz geht es um die Praxis, das Tun und die Freude daran.“

Die Vorlesestudie wird seit 2007 jährlich im Auftrag der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung Die Zeit und der Deutschen Bahn Stiftung durchgeführt. 2018 hat das Institut Iconkids & Youth dafür vom 11. Juni bis 15. Juli 500 Kinder der Klassen 1 bis 4 und ihre Eltern persönlich in ihren Haushalten befragt. Die Ergebnisse der Vorlesestudie 2018 sind damit repräsentativ für diese Zielgruppen.

Vorleseaktion anlässlich der Studienpräsentation an Hansa-Grundschule, Berlin. (c) Foto: Phil Dera für DIE ZEIT

 

2018-10-30T18:19:32+00:0029 Okt 2018|Bildung, Meldung|